Polizei stellt Ermittlungen ein
Porno-Täter nicht zu ermitteln

Böses Erwachen für mehrere Frauen in der nördlichen Oberpfalz: Ein bislang unbekannter Täter hat Fotos aus ihren Facebook-Profilen gestohlen und auf eine Porno-Seite hochgeladen. (Foto: Fotolia)

Kemnath. Auch die letzten Ermittlungsverfahren im Porno-Sumpf wurden in den vergangenen Tagen eingestellt. Entsprechende Informationen von Oberpfalz-Medien bestätigte der Kemnather Polizeichef Bernhard Gleißner. "Die Ermittlungen unserer Dienststelle haben zu keinem Ergebnis geführt." Bei der Polizei in Kemnath hatten einige der Opfer zuletzt Anzeige erstattet. Nahezu alle Fotos der Frauen sind noch im Netz. Wie berichtet, hatte ein Unbekannter ab Mai dieses Jahres unter dem Usernamen "Magazinschlampe" mehrere Galerien mit Fotos von jungen Frauen auf einer pornografischen Webseite hochgeladen. Er und andere User hatten diese Fotos dann mit beleidigenden Kommentaren versehen. Betroffen waren rund 30 junge Frauen, überwiegend aus der nördlichen Oberpfalz.

Löschung ein Hindernis


"Das Verfahren wurde eingestellt, weil der Täter nicht ermittelt werden konnte", zitieren die Opfer übereinstimmend die Schreiben der Staatsanwaltschaften. Doch damit ist die Angelegenheit für den Porno-Mobber noch nicht vom Tisch. Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, so würden die Ermittlungen wieder aufgenommen, heißt es in den Schreiben. Ähnlich hat sich auch Gleißner im Gespräch mit Oberpfalz-Medien geäußert.

Während die Betroffenen Anzeige erstatteten, hatte der Unbekannte wohl Wind davon bekommen, dass die Opfer über seine illegale Veröffentlichungen informiert sind und ihn anzeigen wollen. Ein Opfer hatte sich auf Anraten eines Polizisten auf der Porno-Webseite angemeldet und dem User mit einer Anzeige gedroht. Ein anderes Opfer hatte bei Facebook einen öffentlichen Post abgesetzt. Noch am gleichen Tag wurde der Account geschlossen, ohne die Fotogalerien zu löschen. Durch diese Schließung seien die Ermittlungen enorm erschwert worden, erklärt Gleißner. Er rät Betroffenen: "Sofort bei der Polizei eine Anzeige machen!" Danach sollte absolute Funkstille sein, um Täter nicht zu warnen. Außerdem sollte man bei der Anzeige deutlich darauf hinweisen, dass es weitere Opfer gibt und nach Möglichkeit diese Opfer auch namentlich aufführen.

Empfindliche Strafen


Jenny (Name geändert) hat nun einen Anwalt eingeschaltet, der die Löschung ihrer Fotos durchsetzen soll. Ihre Rechtsschutzversicherung wird die Kosten übernehmen. Sollte der Täter doch noch ermittelt werden, drohen ihm neben einem Strafverfahren auch Schadenersatzforderungen der Opfer. Strafen können empfindlich sein. Anfang März verurteilte ein Ansbacher Gericht einen 37-jährigen arbeitslosen Maurer wegen eines ähnlichen Falls zu 12 000 Euro Geldstrafe. Er hatte Fotos von Frauen in einem großen Einkaufszentrum gemacht und illegal veröffentlicht.

Die Ermittlungen unserer Dienststelle haben zu keinem Ergebnis geführt.Bernhard Gleißner, Leiter der Polizei Kemnath
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