Polizei warnt vor Betrugsmasche
Abzocke durch falsches Gewinnversprechen

Symbolbild: dpa

Unglaublich: Immer wieder fallen Menschen auf Abzocke durch Gewinn-Versprechen herein. In Weiden jetzt mit einem neuen Clou. Im Display der Betrogenen leuchtete am Donnerstag die Nummer der Polizeiinspektion Weiden auf.

In diesem Fall sogar die Nummer des Dienstgruppenleiters. Die Geschädigte (52) war dann immerhin so schlau, die Weidener Inspektion selbst anzurufen, die mit 90 000-Euro-Gewinnen aus dem Kosovo natürlich überhaupt nichts zu hat. "Die Täter verwenden eine spezielle Technik, die es ermöglicht, auf der Anzeige des Opfers die Telefonnummer der PI Weiden anzuzeigen", erklärt Sprecher Thomas Fritsch. Noch einmal gilt die Warnung: Hände weg vor tollen Gewinnen, die am Telefon versprochen werden.

Die Weidenerin ist schon um 900 Euro ärmer. Diesen Betrag hatte sie den Betrügern per Cash-Code-Karten übermittelt, um ihren Gewinn "zu versichern". Zwei Tage war die 52-Jährige von verschiedenen Frauen und Männern angerufen worden (Vorwahl 0511). Die Anrufer gaben sich als Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens aus. Die Frau habe 40 000 Euro (später hieß es sogar 90 000) bei einem Lotteriespiel gewonnen. Allerdings sei es nötig, vorab 5000 Euro für die Transportversicherung aus dem Kosovo zu zahlen. In einem der Anrufe bot man ihr an, dass sie gerne die lokale Polizei hinzuziehen könne. Die Beamten könnten bei der Geldübergabe dabei sein. Im Gespräch erfragte der Anrufer die Nummer der örtlichen Polizei. Weniger später klingelte es auch schon: mit der 0961/401-xxx im Display.

Der angebliche Polizeibeamte am Apparat nannte seinen Namen und gab an, alles überprüft zu haben und die Aussagen des Geldtransportunternehmens bestätigen zu können. Die 52-Jährige habe gewonnen und könne die 5000 Euro ruhig überweisen. Er bot an, bei der Übergabe dabei zu sein. Dazu kam es dann nicht mehr, weil sich die Frau schließlich an die "echte" Polizei wandte, die jetzt wegen Betrugs ermittelt.

Polizeisprecher Fritsch sieht sich wieder einmal verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass er und seine Kollegen keine Gewinne überprüfen und keine Geldübergaben begleiten. Andere "Maschen" nennt er auch: Manchmal solle der Betrogene kostenpflichtige Hotlines anrufen oder an einer Veranstaltung teilnehmen. Infos: www.polizei-beratung.de.
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Hans - Peter Kastner aus Brand | 08.10.2016 | 11:38  
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