Prager Sozialarbeiterinnen zu Besuch an der Europa-Berufsschule
Prävention auf tschechisch

Unterschiedliche Nationalitäten, doch in der Sozialarbeit sprechen sie dieselbe Sprache: Sandra Schlegl, Martin Reber, Bärbel Otto und Karl Alt (hinten, von links) tauschten sich mit den Prager Sozialarbeiterinnen Gabina Sedlackova, Eliska Ptackova, Hana Zampachova, Petra Svetlikova und Katerina Vickers (vorne, von links) aus. Bild: frb

Drogenkonsum bei Schülern. Was tun? Am besten, es gar nicht so weit kommen lassen. Prävention heißt das Stichwort. Ein wichtiger Aufgabenbereich der JaS - Jugendsozialarbeit an Schulen. Sie steht für eine intensive Zusammenarbeit der Jugendhilfe mit Schulen. In Bayern gibt es diese bereits seit 2003. In Tschechien kennt man eine solche Form der Kooperation nicht.

Dialog ausbauen


"Wir wollen vor allem den deutsch-tschechischen Dialog in der Suchtprävention ausbauen", erklärt Schulsozialarbeiter Martin Reber beim Gespräch in der Europa-Berufsschule mit den tschechischen Sozialarbeiterinnen der Organisation "Život bez závislosti" (auf deutsch: Das Leben ohne Sucht). Aber nicht nur das. Der Aufgabenbereich der JaS sei breitgefächert. Ob bei Problemen psychischer Art, in der Ausbildung, in der Schwangerschaft oder auch aus dem Grund, dass keine Lehrstelle gefunden wird. Jugendsozialarbeiterin Sandra Schlegl ist seit 2009 an der Europa-Berufsschule als Ansprechpartnerin für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen da.

"Es gibt viele Schwierigkeiten, die man klären kann, ohne dass sie zu Problemen werden", erklärt Bärbel Otto, Leiterin des Jugendamts. "Je früher wir ansetzen, desto mehr können wir erreichen." Die JaS solle deshalb dringend ausgebaut werden.

Diese Probleme kennen auch die tschechischen Kolleginnen. Jedoch liege man in Sachen Jugendhilfe an Schulen noch weit hinter Deutschland. Die Organisation "Das Leben ohne Sucht" gehe zwar an Schulen und setze sich dort für Präventionsarbeit ein, allerdings gebe es dort keine festen Stellen, um Betroffene kontinuierlich zu betreuen.

Keine einmalige Geschichte


"Bei unseren Prager Kolleginnen ist eine Organisation für mehrere Schulen zuständig. Sie bietet verschiedene Präventionsprogramme an, die auf einzelne Altersstufen abgestimmt sind", erklärt Reber. "Ende März werde ich nach Prag gehen und mir vor Ort ein Bild machen." Der Austausch laufe in Kooperation mit der Initiative "Need no Speed" und werde vom Koordinierungszentrum deutsch-tschechischer Jugendaustausch "Tandem" finanziert. "Wir können viel voneinander lernen. Deshalb soll es keine einmalige Geschichte bleiben."
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