Projekt an der Albert-Schweitzer-Grundschule klärt über Gefahren im Internet auf
Eltern, schaut hin!

Kriminalhauptkommissarin und Medienbeauftragte Stefanie Carrera klärte die Kleinen der dritten und vierten Klassen der Albert-Schweitzer-Schule über die Gefahren im Internet auf. Bild: Schönberger

Kettenbriefe per Sprachnachricht mit der Drohung, einen Freund des Empfängers aufzuschlitzen. Schlimm? Noch schlimmer, wenn der Empfänger Grundschüler ist und die Situation nicht einschätzen kann. In einer Projektwoche klärt deshalb nun die Albert-Schweitzer-Grundschule Eltern über den sachgerechten Umgang mit neuen Medien auf.

"Wer von euch hat denn schon ein eigenes Handy?", fragte Kriminalhauptkommissarin Stefanie Carrera in der vierten Klasse. Die Antwort fiel eindeutig aus: Fast jeder der rund 25 Schüler meldete sich. Dass es sich bei den Handys oft um neueste Modelle handelt, ist kein Einzelfall. Und diese sind internetfähig. "Das Internet - wow, was es dort alles gibt, und was ich da alles machen kann", betonte Carrera zu Beginn ihres Vortrags "Verhaltensorientierte Prävention". Filme schauen, Musik hören, chatten, spielen, einkaufen, lernen. Die Möglichkeiten seien fast grenzenlos. Von Google über "iTunes" und Facebook bis hin zu "YouTube" - diese Begriffe sind für Kinder schon lange keine Fremdwörter mehr.

Eltern fit machen


"Eltern wissen oft nicht, wie sie selbst mit den Gefahren im Internet umgehen sollen und ihre Kinder schützen können", erklärte Jugendsozialarbeiterin Kerstin Scheel. "Wir wollen sie deshalb in diesem Bereich fit machen." Es bringe nichts, den Kindern das Internet zu verbieten. Im Gegenteil: Es gehöre bereits jetzt zum Alltag der Kleinen dazu. Deshalb solle das Projekt "Schau hin" vor allem die Angst im Umgang mit neuen Medien nehmen und über dessen Gefahren aufklären.

"In meinen Augen ist ein uneingeschränkter Internetzugang für Grundschüler nicht altersgerecht", sagte die Jugendsozialarbeiterin. Man müsse Beschränkungen und Sperren einbauen, wofür es bereits viele Möglichkeiten gebe.

Tipps für einen sicheren Einstieg in den Umgang mit neuen Medien - das war deshalb Thema beim Elternabend des Projekts. Es folgten eine Lehrerfortbildung sowie der Besuch der Kriminalhauptkommissarin und Medienbeauftragten Stefanie Carrera und des Medienpädagogen Philipp Reich vom T1 Medienzentrum Tirschenreuth.

Ab der Mittelstufe zu spät


Wie schütze ich mich davor, Opfer zu werden? Was ist im Internet legal und was illegal? Was heißt öffentlich? All diese Fragen waren Thema in der Projektwoche. "Leider sieht der Lehrplan keine Medienpädagogik in der Grundschule vor", erklärte Kerstin Scheel. Deshalb beschloss sie mit ihrer Kollegin Marina Arndt, das Projekt "Schau hin" in Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer- und der Gerhardinger-Schule für die dritten und vierten Klassen zu starten. "In der Mittelstufe ist es bereits zu spät", betonte sie. "Wir müssen die Kinder bereits in jungen Jahren für das Thema Internet sensibilisieren." Die Finanzierung des Projekts übernahm die Sieglinde-Nothacker-Stiftung.
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