Prozess nach Überfall
29-Jährigem droht lebenslange Haft

Bild: spi

Dem Angeklagten droht lebenslange Haft: Am Donnerstag beginnt am Landgericht Weiden der Prozess gegen den 29-jährigen Amerikaner Ted T. wegen versuchten Mordes. Bis Ende Januar sind acht Verhandlungstage angesetzt und 52 Zeugen geladen.

Weiden/Pressath. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Soldaten vor, in der Nacht zum 23. Mai eine ihm völlig unbekannte Altenpflegerin (25) in ihrer Wohnung in Pressath überfallen zu haben. Die Anklage lautet auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter besonders schwerer Vergewaltigung. Im Fall einer Verurteilung droht dem 29-Jährigen lebenslange Haft. Den Vorsitz der 1. großen Strafkammer als Schwurgericht hat Landgerichtspräsident Walter Leupold. Als Pflichtverteidiger ist dem Angeklagten Rechtsanwalt Tobias Konze beigeordnet.

Mehrere Rechtsmediziner


Unter den Zeugen sind mehrere Rechtsmediziner aus Erlangen, an der Spitze Prof. Dr. Peter Betz, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg. Psychiatrischer Gutachter ist Thomas Lippert, Facharzt für forensische Psychiatrie. Der Angeklagte hat in seiner kurzen Laufbahn bei der Army mehrere Einsätze im Irak und in Afghanistan absolviert. Die Kripo Weiden hat die Ermittlungen geführt, vor Gericht wird auch das Ergebnis der Vermessung durch einen 3-D-Scanner des Landeskriminalamtes München gezeigt.

Die Staatsanwaltschaft sieht gleich mehrere Mordmerkmale erfüllt: Sie geht davon aus, dass die Tat heimtückisch, grausam, zur Verdeckung einer Straftat und aus niederen Beweggründen begangen wurde. So soll Ted T. der 25-Jährigen mehr als 20 Stiche mit einem Messer zugefügt haben, das er vorher in der Metzgerei im Erdgeschoss mitgenommen hatte. Anschließend hat Ted T. laut Anklage versucht, die stark blutende Frau zu vergewaltigen. Die 25-Jährige wehrte sich heftig.

"Aus Wut und Enttäuschung darüber, die Vergewaltigung nicht vollenden zu können, soll er versucht haben, der Geschädigten die Kehle durchzuschneiden", fasst Landgerichtssprecher Markus Fillinger die Anklageschrift zusammen. Der Frau gelang es, die Hand schützend vor den Hals zu halten, was zu weiteren schweren Schnitten an der Hand führte.

Für den ersten Prozesstag am 7. Januar, 9 Uhr, sind 14 Zeugen geladen.
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