Prügelattacke im Park um Max-Reger-Halle löst neue Diskussion über Abhilfe aus
Bier mit Bußgeld

(Foto: dpa)

Eines der unzähligen Saufgelage im Park um die Max-Reger-Halle ist eskaliert: Ein Weidener liegt seit Montagnacht nach einer Prügelattacke mit lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus, ein anderer sitzt in Haft (wir berichteten). Das Problem im Park ist drängender als je zuvor.

Die Beschwerden über Betrunkene, die die Besucher in der Parkanlage um die Max-Reger-Halle anpöbeln, reißen nicht ab. Immer wieder gehen Polizisten deshalb Streife dort. Oder sie kontrollieren, wie nun bei warmen Wetter, mit dem Fahrrad. Ehrenamtliche der Sicherheitswacht unterstützen. Mit Folgen.

Allein seit Beginn der Schönwetterperiode am 1. Juli stellten Beamte der Polizeiinspektion Weiden 105 Anzeigen gegen Saufkumpane in diesem Park. Die Stadt ahndete seit Jahresbeginn ungefähr 200 Ordnungswidrigkeiten mit teils drastischen Bußgeldern bis zu 2500 Euro, weiß Rechtsdezernent Hermann Hubmann. Nur: "Da gibt's oft nichts zu holen. Das Geld reicht gerade für den Alkohol."

Hubmann spielt damit auf Problem Nummer eins an: Einige Besucher der Anlage verstoßen gegen die Grünanlagensatzung der Stadt, speziell gegen das Verbot außerhalb von Freischankflächen Alkohol zu trinken. Unbürokratisch formuliert: Sie nutzen den Park, unweit eines Getränkemarktes, um sich zu betrinken.

Kontrollen schrecken ab


"Das Problem ist nicht neu, die Kontrollen sehr intensiv", sagt Polizeisprecher Tobias Mattes. Und die Kontrollen würden auch fruchten: So sei die Zahl der Anzeigen laut Mattes leicht rückläufig. "Vor allem Erst- und Gelegenheitstäter werden so abgehalten", weiß Hubmann. Trotzdem eskalierte die Situation am Montag.

Rückblick: Vermutlich wegen eines Fahrrads geriet ein 21-Jähriger mit einem 41-Jährigen in der Parkanlage in Streit. Der Jüngere behauptet, der Ältere habe versucht, das Rad zu stehlen. Es kam zur Prügelei, bei der der 21-Jährige den 41-Jährigen derart heftig gegen den Kopf trat, dass der Mann sich lebensbedrohlich verletzte. Beide Weidener waren betrunken. Der 21-Jährige sitzt wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Untersuchungshaft. Er hatte 2,0 Promille, informiert Stefan Hartl vom Polizeipräsidium Regensburg. Das Opfer schwebt weiter in Lebensgefahr, ist vom Weidener Klinikum nach Regensburg verlegt worden und laut Hartl "soweit stabil".

Derweil hat die Stadt einen erweiterten Maßnahmenkatalog erarbeitet, um den Problemen im Park beizukommen. Und das ganz unabhängig von den aktuellen Vorkommnissen: Die CSU stellte einen entsprechenden Antrag, über den die Mitglieder des Hauptverwaltungsausschusses am Donnerstag, 22. September, beraten werden. Die Stadtverwaltung schlägt vier Maßnahmen vor, um den "einschlägig bekannten Personenkreis" von weiteren Trinkgelagen im Park abzuhalten:

  • Um den Park einsehbarer zu gestalten, soll die Bepflanzung vor allem im Bereich Dr.-Pfleger-Straße zurückgeschnitten werden.

  • Parkbänke werden zurückgebaut, weil sie Bürger wegen ihrer Schattenlage kaum nutzen beziehungsweise sie wegen der "einschlägigen Personengruppen nicht nutzbar sind".

  • Schilder sollen auf die Verbote bei Nutzung der Parkanlage hinweisen.

  • Die Polizei setzt verstärkte Kontrollen fort, die Stadt ahndet weiter konsequent Ordnungswidrigkeiten.

Verschwinden wird die Trinkerszene wohl nicht. "Es wird eine Verdrängung geben, darüber sollte man sich klar sein", sagt Hubmann. "Wenn die Verdrängung in Richtung heimischer Garten geht, habe ich kein Problem", erklärt Polizeisprecher Mattes.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.