Psychatrie hat ihren Schrecken verloren
Bezirkstagsvertreter zu Besuch in der Beratungsstelle für seelische Gesundheit

Der Leiter der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit, Diplom-Psychologe Dr. Stefan Gerhardinger (von links), empfing die Bezirkstagsvertreter Lothar Höher und Toni Dutz. Bild: otj

"Das Ziel muss eine Verbesserung bei der Versorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung sein." Das stellte Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher beim Besuch bei der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit fest.

Auch sein Bezirkstagskollege Toni Dutz betonte bei dem Treffen die Bedeutung der Beratungsstelle für die Situation der Patienten. Die Wartezeiten seien bei niedergelassenen Therapeuten ungemein lang. Hier einen Termin zu bekommen, sei leichter möglich. Der Leiter der Beratungsstelle, Diplom-Psychologe Dr. Stefan Gerhardinger, zog ein eher positives Resümee des vergangenen Jahres, in dem man vielen Patienten durch Gespräche oder durch die Weitervermittlung an zuständige Stellen helfen konnte.

Natürlich gebe es reichlich Themen in der Pipeline, die angegangen werden müssten. Beispielsweise die Behandlung von jungen erwachsenen Menschen mit psychischen Problemen. Dazu müssten natürlich auch die personellen Voraussetzungen stimmen. Höher zeigte sich diesbezüglich positiv gestimmt.

Er betonte außerdem die steigende Akzeptanz der Psychiatrie. "Ein Leuchtturmprojekt ist das Krankenhaus in Wöllershof, das seinen früheren Schrecken völlig verloren hat", so Höher. Dennoch: Das Problem der kurzen Verweildauer sei auch im psychiatrischen Bereich ein dringendes Thema, das ambulante Angebote abfedern müssten.

"Da können wir in unseren unterschiedlichsten Beratungsstellen eigene Angebote machen wie Einzelgespräche oder Gruppentherapien. Oder wir vermitteln weiter", erklärte Gerhardinger. Diese Zusammenarbeit sei genau das, was man brauche, so Höher. "Ein Netzwerk, das am Ende den Menschen besser und schneller helfen kann. Und ihr tragt einen großen Anteil mit bei."

Einen weiteren Fortschritt in Bezug auf die Versorgung der Region sehe Höher in der Tagesklinik mit 20 Betten, die neben der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Sebastianstraße entstehen soll - eine wichtige Erweiterung des Angebots. Höher strahlte Optimismus aus: "Ihr seid mit vollem Herzen dabei, und auch wir werden mit voller Energie den Weg weitergehen."
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