Qualitätsweg für Radler im Oberpfälzer Wald
Touristiker drehen großes Rad

"Das gibt es woanders nicht." Zitat: Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbands Ostbayern über Zoigl und Karpfen

Darauf ein Zoigl: Der Oberpfälzer Wald ist bei Touristen beliebter denn je. Ein Anziehungspunkt: der Qualitätswanderweg "Goldsteig". Künftig möchte der Tourismusverband Ostbayern aber auch vermehrt Radler in die Region locken.

Karpfen, Zoigl und dazwischen ein paar Kilometer auf dem Rad. So ungefähr stellt sich Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbands Ostbayern (TVO), die neue "Radrunde Oberpfälzer Wald" vor. Wie der "Goldsteig" Wanderer in die Region zieht, soll der Qualitätsradweg vor allem Radler zu einem Urlaub in der Region animieren. Zwar sind im ersten Halbjahr 2016 die Übernachtungszahlen in den Kreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN und Schwandorf um 7,7 Prozent gestiegen, doch auf den Erfolgen will sich der TVO nicht ausruhen.

Als klassisches Mittelgebirge stehe der Oberpfälzer Wald im Wettbewerb mit rund 30 anderen Regionen Deutschlands, betonte Braun am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. "Die Mittelgebirge sind überall sehr ähnlich, was die Kulturlandschaft angeht." Die Frage sei also, wie man sich positionieren könne. Für rund 60 Prozent der Gäste sei der Urlaubsort zweitrangig, das Freizeitangebot dafür aber entscheidend. "Thema sticht Destination", betont Braun weiter.

Der TVO will sich deshalb nun neben dem Wandern auch dem Radfahren zuwenden. Braun setzt dabei weiterhin auf die Leuchtturmstrategie, also ein großes, attraktives Projekt, das ausstrahlt. "In der Bugwelle kann man dann kleinere Bereiche mitnehmen." Rund 180 000 Euro will der TVO dafür investieren. Dazu kommen noch Aufwendungen für die themenspezifischen Stationen entlang der Route. Für diese werden bereits bestehende Wege genutzt, die aber entsprechend nach Normen der Fahrradfahrerverbände ausgeschildert werden sollen. Der TVO will den Radlern entlang der Strecke regionale, besondere Themen näherbringen. In der nördlichen Oberpfalz soll das Motto heißen: "Genuss mit Karpfen und Zoigl". "Das gibt es woanders nicht", erklärt Braun. Dazu kommen Vulkanismus für die Bereiche Neustadt und Tirschenreuth sowie Wasserwelten, Kraftorte und Energie für den Kreis Schwandorf.

Vorbild im Allgäu


Dieses Rad musste der Ostbayerische Tourismusverband nicht eigens neu erfinden: Im Allgäu existiere seit zwei Jahren eine rund 450 Kilometer lange Radrunde. Sie dient als Anregung: "Wir schauen schon, was erfolgreiche Wettbewerber machen", so Braun. Und auch in der Region gibt es ein seit Jahrzehnten beliebtes Vorbild: der Fünf-Flüsse-Radweg entlang der Pegnitz, der Vils, der Naab, der Donau und Altmühl. "Ein ganz erfolgreiches Produkt", freut sich der Tourismus-Chef.

Von großer Bedeutung für den Oberpfälzer Wald seien die Tagesausflügler. Sie tragen zum Bruttoumsatz von rund 235 Millionen etwa 125 Millionen bei. Besonders bekannt und beliebt bei Ausflüglern sind Städte: An der Spitze Regensburg, gefolgt von Amberg und Weiden. Ebenfalls vorne dabei: die Walhalla. "Die Ziele sind immer die gleichen. Für neue Attraktionen ist es schwer, sich zu positionieren", erklärt Braun.

Das gibt es woanders nicht.Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbands Ostbayern über Zoigl und Karpfen


Zahlen und FaktenRund 7,7 Prozent mehr Übernachtungen verzeichneten Beherbergungsbetriebe im Oberpfälzer Wald im ersten Halbjahr 2016. Durchschnittlich blieben die Gäste 2,5 Tage. Inklusive der Tagesreisenden bescherte der Tourismus der Region Oberpfälzer Wald im Jahr 2014 einen Bruttoumsatz von 234 Millionen Euro. Dies ergab eine Analyse im Auftrag der IHK. (räd)
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