Regina Halmich am Klinikum Weiden
Ring frei fürs Abtasten

Regina Halmich wird von Manfred Tretter, Dr. Albert Roßmann und Klinik-Vorstand Josef Götz begrüßt. Die Ex-Boxerin möchte mit ihrem Auftritt das Thema Brustkrebs in den Fokus der Menschen bringen. Bild: Wilck

Beim Boxen schlug Regina Halmich ihren Gegnerinnen ins Gesicht. Jetzt legt sie Wert aufs Abtasten der Brust. Im Klinikum Weiden nimmt sie dafür an der Diskussion "K.O. dem Brustkrebs - Früherkennung und Vorbeugung" teil.

Mit hochhackigen Schuhen, roter Hose und silberglänzender Jacke betritt sie die Personal-Cafeteria des Klinikums. Der Stargast fällt auf, trotz ihrer zierlichen Statur.

Sie ist es wirklich: Regina Halmich. Ex-Boxweltmeisterin, eine der bekanntesten Sportlerinnen Deutschlands und die Frau, die TV-Großmaul Stefan Raab zweimal im Boxring verdrosch. Beim ersten Kampf brach sie ihm die Nase. Vor dem zweiten sagte sie: "Ich will Stefan eigentlich nur voll in die Fresse hauen."

In Weiden zeigt sich Halmich weniger aggressiv, aber nicht weniger kämpferisch: "Der Brustkrebs ist eine Krankheit, an der man nicht sterben muss." Halmich ist seit über vier Jahren Botschafterin für "Pink Ribbon". Die Kampagne engagiert sich unter dem Motto "Hinsehen statt Wegsehen" im Kampf gegen den Brustkrebs. In drei Vorträgen und einer offenen Diskussion versuchen Halmich, Ärzte des Klinikums und Brustkrebsexpertinnen das Publikum mit dem ernsten Thema zu sensibilisieren und den unschätzbaren Wert der Früherkennung und Vorbeugung von Brustkrebs zu erklären.

Prominenz ist große Hilfe


Viele Zuhörerinnen und Zuhörer jeden Alters sind gekommen. Im großen Raum der Cafeteria sind nur vereinzelt Plätze frei. Regina Halmich und das Thema ziehen. Dr. Albert Roßmann, Chefarzt der Frauenklinik Weiden, erklärt, dass ein Bewusstsein für die Krankheit erwacht sei. "Auch durch prominente Frauen, die selbstbewusst mit der Krankheit umgehen wie Angelina Jolie und Kylie Minogue - und Regina Halmich." Wichtig sei, die Krankheit früh zu erkennen: Je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser sei sie zu behandeln, desto weniger belastend sei die Situation, desto besser seien die Lebenschancen. Es gebe mehrere Methoden, sagt Roßmann. Die einfachste sei, sich selbst abzutasten. Dr. Michael Rüth, Oberarzt der Frauenklinik, betont, dass Sport und gesunde Ernährung das Brustkrebsrisiko erheblich senkten. Durch körperliche Aktivität befreiten sich Menschen vom Stress und förderten ihre Gesundheit: "Es gibt kein Medikament, das besser ist als Bewegung." Bettina Schärtl, Expertin für Brustkrebserkrankungen, verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Brust selbst abzutasten. "Rund 90 Prozent der erkrankten Frauen haben den Tumor selbst ertastet." Dabei betont sie: "Ein Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen, ist das Wichtigste." Sieglinde Schärtl, Leiterin der Selbsthilfegruppe "Mamazone", erzählt, dass auch sie ihren Tumor selbst ertastet hat. Während der Krankheit halfen ihr Wanderungen in der Natur sehr.

Seelischer Zusammenbruch


Regina Halmich hört aufmerksam zu. Das Thema ist ihr wichtig, man merkt das. Sie ist selbst schon mit der Krankheit in Berührung gekommen. "Als wir einmal im Trainingslager waren, hat eine liebe Freundin, sozusagen die Hausmeisterin unseres Boxstalls, Brustkrebs bekommen. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen." Der Krebs sei spät erkannt worden, die Frau habe ihn trotzdem bezwungen. Ein "Schlüsselerlebnis" und der Grund, warum sich Halmich im Kampf gegen Krebs einsetzt. "Ich habe hautnah miterlebt, wie jemand seelisch zusammenbricht." Halmich betont: "Man kann sich viel ersparen, wenn man zur Früherkennung geht."
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