Regina Halmich im Interview
Kampfansage an den Brustkrebs

Die Boxhandschuhe hat sie an den Nagel gehängt. Jetzt sagt die ehemalige Weltmeisterin Regina Halmich dem Brustkrebs den Kampf an. Auch am Mittwoch bei ihrem Besuch in Weiden. Bild: Homepage Regina Halmich

Als Weltmeisterin im Boxen trat sie 2007 ab - ungeschlagen. Am Mittwoch um 18.30 Uhr gibt Regina Halmich den Startschuss zum Nofi-Lauf. Ausdauer beweist sie auch als "Pink Ribbon"-Botschafterin: im Kampf gegen Brustkrebs.

(nt/az) Von 1995 bis zu ihrem Rücktritt 2007 war sie Weltmeisterin im Boxen. Am Mittwoch, 4. Mai, ist Regina Halmich Ehrengast des Nofi-Laufes in Weiden. Bevor sie die über 8000 Läufer auf die Strecke schickt, nimmt sie ab 14.15 Uhr beim öffentlichen Gesundheitsnachmittag der Kliniken Nordoberpfalz AG teil. Motto: "K.O. dem Brustkrebs - Vorbeugung und Früherkennung". Beginn ist um 14.15 Uhr in der Personal-Cafeteria (Eingang Gabelsberger Straße) des Klinikums, der Eintritt frei. Im Vorfeld haben wir uns mit Regina Halmich unterhalten.

Hinfühlen statt Wegsehen - das ist das Motto von "Pink Ribbon". Was steckt hinter dieser Kampagne?

Regina Halmich: Um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen, ist eine außergewöhnliche Aktion genau richtig. Eine Kampagne, die nicht den moralischen Zeigefinger hebt oder gar Beklommenheit hervorrufen will, sondern eine frische und sympathische Botschaft mit Tipps zum Selbstabtasten und zur eigenen Wahrnehmung der Brust. Gerade junge Menschen sind nur schwer an das Thema heranzuführen. Das Selbstabtasten bietet jedoch eine Möglichkeit, ohne großen Aufwand etwas für die eigene Vorsorge zu tun.

Was hat Sie dazu bewegt, "Pink Ribbon" in Deutschland zu unterstützen?

Manche Mädchen und Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine Diagnose, die für sie, ihre Partner und die Familie sehr belastend ist. Deshalb ist es enorm wichtig, die eigene Brust genauso gut zu kennen wie den Rest des Körpers. Denn dann bemerken Frauen ganz schnell, wenn sich etwas verändert - sich anders anfühlt als gewohnt. Eine Veränderung an sich bedeutet noch nichts, aber sie haben so die Chance, frühzeitig Rücksprache mit ihrem Arzt zu halten. In meinem Familien- und Freundeskreis wurde ich schon mit dieser Diagnose konfrontiert. Es ist für alle schwer - umso wichtiger ist es, präventiv mitzuwirken.

Für "Pink Ribbon" ließen Sie sich ja Ihren Körper bemalen. War dieses Bodypainting eine komplett neue Erfahrung für Sie?

Als Sportlerin hat man sowieso ein entspanntes Verhältnis zum Nacktsein. Trotzdem ist es nicht so ganz ohne, ganz "ohne" vor einem Team von Fremden zu stehen. Aber ganz nackig war ich ja auch nicht. Bodypainting war eine neue Erfahrung für mich. Es war am Anfang schon ein komisches Gefühl, sich bemalen zu lassen. Aber der Künstler und das ganze Team waren so nett, dass ich mich schnell wohlgefühlt habe. Die Idee, ein ernsthaftes Thema mit einem wunderschönen Bodypainting zu kombinieren, fand ich auf Anhieb großartig.

Thema "Brustkrebs und Früherkennung": Wie gehen Sie persönlich damit um? Und Ihr privates Umfeld?

Meine Freundinnen, meine Familie und ich gehen sehr bewusst mit unserer Gesundheit um. Selbst abtasten und die altersüblichen Vorsorgeuntersuchungen sind für uns selbstverständlich. Ich habe ein sehr fröhliches Umfeld, was aber nicht bedeutet, dass ernste Themen ausgespart werden. Gesundheit, Lebensfreude und das eigene Dazutun, alles "am Laufen zu halten", sind uns wichtig.

Kannten Sie vor der Bodypainting-Aktion die Handgriffe zum Abtasten der Brust?

Nicht so richtig, aber jetzt ist es mir in Fleisch und Blut übergegangen.

Welche Reaktionen gab es auf diese Aktion? Und was erhoffen Sie sich davon?

Von allen Seiten - Frauen und Männern - gab es große Zustimmung. Ein uns alle betreffendes, enorm wichtiges Thema auf positive Art und Weise transportiert, das kommt sehr gut an. Mit dieser Aktion haben wir erreicht, was wir erreichen wollten: Die Menschen fühlen sich persönlich angesprochen, motiviert und nicht bevormundet.

Am Mittwoch sind Sie zum einen Ehrengast von Deutschlands größtem Firmenlauf, dem Nofi-Lauf 2016. Zum anderen nehmen Sie an einer Podiumsdiskussion der Kliniken Nordoberpfalz AG teil. Washat Sie zu dieser schnellen, spontanen Zusage bewogen?

Dieser Nofi-Lauf bewegt die Menschen! Sport, Geselligkeit und Freude können wir - in diesen manchmal doch recht schwierigen Zeiten - alle gut gebrauchen. Ich finde, Menschen, die einen gewissen positiven Bekanntheitsgrad haben, sollten sich auch für andere einsetzen. Wenn ich durch meinen Besuch in Weiden mit für gute Stimmung sorgen kann, dann herzlich gern! Der Talk am Gesundheitsnachmittag bei der Kliniken Nordoberpfalz AG regt hoffentlich auch dazu an, sich mit dem Thema auseinander zu setzen: Hinkommen und Hinhören beim "Hinfühlen statt Wegsehen".
Menschen, die einen gewissen positiven Bekanntheitsgrad haben, sollten sich auch für andere einsetzen. Wenn ich durch meinen Besuch in Weiden mit für gute Stimmung sorgen kann, dann herzlich gern!Regina Halmich
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