Reis zum Überleben

 

Der Verein "Indienhilfe" unterstützt ein Schul- und Patenschaftsprojekt. Zwei Mitglieder besuchten "ihre Schule" in Indien. Sie waren positiv überrascht und traurig zugleich.

Die beiden Vorstände Pfarrer Rajulu Kata aus Niedermotzing (Kreis Straubing-Bogen) und Angelika Riepl aus Teublitz flogen auf eigene Kosten zur Divya Bala Schule in Telangana (Südindien). Bereits am Eingang zum Schulgelände wurden sie wie "Staatsgäste" von Kindern und Lehrern feierlich mit Blumen begrüßt und zur Schule geleitet.

Kata und Riepl verfolgten auch den Unterricht in den einzelnen Klassen. Die mitgebrachten Patenbriefe wurden in den nächsten Tagen zusammen mit den Kindern beantwortet. Es war nach Angaben von Angelika Riepl fast wie ein weiterer Unterricht, mit den Kindern die Briefe durchzulesen und die Fragen zu antworten. Da die Schüler aus ärmsten Verhältnissen stammen, musste ihnen einiges erklärt werden. "Sie waren aber immer voll Freude dabei."

Viele bunte Luftballons


Kiloweise Luftballons, gestiftet von Burglengenfelder Firmen, hatte der Besuch im Gepäck. Egal, ob Kindergartenkinder oder Zehntklässler - Luftballons waren immer heiß begehrt. Dank einer weiteren großzügigen Privatspende konnte unter anderem ein Inhaliergerät für die nächstgelegene Krankenstation angeschafft werden. Mit Spendengeldern wurden in Duschräumen und Toiletten der Schule Fliesen aufgetragen. Sie sind nun wesentlich leichter sauber zu halten. Die noch fehlenden Betten und zusätzlichen Tische und Bänke für die Klassenzimmer wurde ebenfalls gekauft.

Die größeren Kinder trugen einen Rangoli-Wettbewerb aus. Sie zeichneten die verschiedensten Muster und Motive auf dem Schulhof auf und füllten diese mit farbigem Pulver aus. Rangoli ist eine alte indische Tradition, die aufwendige Motive zeigt. Viele Frauen bringen täglich oder an Feiertagen mit Reispulver vor dem Eingangsbereich ihres Hauses Motive auf dem Boden auf. Die Lehrer bewerteten anschließend die Arbeiten und vergaben Preise.

Feiern zum Repbublic Day


Dass die Kinder künstlerisch talentiert sind, zeigte sich beim Verzieren und Bemalen von Lesezeichen. Zum Republic Day, 26. Januar, fanden überall in Indien Feste statt. Vormittags, nach einem feierlichen Zeremoniell, wurden Gewinnpreise an die Kinder verteilt, welche am Sportfest, das zwei Tage vorher abgehalten wurde, die meisten Punkte erreicht hatten. Nach dem Mittagessen erhielten die Patenkinder ihre Weihnachtsgeschenke überreicht.

Diese werden aus dem allgemeinen Weihnachtsspendentopf finanziert. Alles klappte reibungslos und war gut organisiert. Bereits vorher durften die Kinder wählen, was sie haben möchten. Alle Kinder waren überglücklich und die Augen strahlten vor Freude, erinnert sich Riepl.

1200 Kinder besuchen die Schule, davon wohnen etwa 500 Kinder im dazugehörigen Internat. Es war für den Besuch aus Deutschland sehr interessant zu sehen, woher die Patenkinder stammen und wie sie zu Hause leben. Somit wurde nach Schulschluss in die umliegenden Dörfern gefahren. Viele Kinder kommen täglich mit dem Bus zur Schule. Die Kinder zeigten, wie sie mit ihren Familien, in zwei Zimmern leben und teilweise bis zu sechs Personen in einem Raum schlafen. Viele der Menschen dort arbeiten als Tagelöhner auf den Feldern. Etwa 180 Kinder warten noch auf eine Patenschaft.

Eine Tatsache stimmte die Vorstände traurig und nachdenklich. Es kann nur begrenzt Gemüse auf den zur Schule gehörenden Feldern angebaut werden. Reisanbau war nicht möglich, weil es in der Monsunzeit wieder nicht genug regnete. Trockenheit prägt die ganze Gegend. Nicht nur für die Schule, sondern auch für die Bauern und Familien, die dort leben, ist die Situation schwierig. Es steht wieder ein Reiskauf für einige tausend Euro an, der aus Spenden finanziert werden muss. Der Verein benötigt hierfür dringend Geld.

Nach dem Rechten sehen


Für den Vorstand ist es nicht nur wichtig, dort nach dem Rechten zu sehen und alles zu prüfen, sondern vor allem auch viel Zeit mit den Kindern zu verbringen und ihnen Freude zu bereiten. Spendenkonto Verein Indienhilfe e. V. Sparkasse Schwandorf IBAN DE 20 7505 1040 0100 1108 81. Eine Patenschaft kostet 15 Euro im Monat Infos und Kontakt Angelika Riepl, Telefon 09471/90914.
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