Relaunch Onetz
Medienhaus "Der neue Tag" mit neuem Internetauftritt

Das Herzstück der neuen Website ist die Navigation mit den Fragen "Was?" und "Wo?". Hier kann sich der Leser zusammenklicken, was ihn interessiert - etwa Vermischtes aus dem Kreis Neustadt/WN. Screenshot: Gold
 
Die Planungen für das Onetz bei der Agentur Quäntchen + Glück: Auf kleinen Zetteln wird das neue Portal entworfen (Paper Prototyping).

Je näher die Mittagszeit rückte, desto größer wurde die Spannung. Geht alles glatt? Oder brennt irgendwo ein Kabel durch? Gegen 12.30 Uhr am Montag dann erleichtertes Aufatmen: Das neue Onetz ist online. Ganz fertig ist es aber trotzdem noch nicht. Und das aus gutem Grund.

/Amberg. Was beim ersten Blick auffällt: Nicht nur das Logo ist neu. Auch der Name hat sich geändert: Fast 20 Jahre lang hat das Medienhaus "Der neue Tag" seine Leser im Oberpfalznetz mit den wichtigsten Nachrichten aus der Region versorgt - ab sofort trägt das Portal den verkürzten Namen Onetz und ist auch unter www.onetz.de zu erreichen. "Wir finden, der neue Name ist etwas handlicher, kompakter", sagt Christian de Vries, Leiter der Online-Redaktion im Medienhaus. Der Bezug zur Region wird ab jetzt durch das Motto "Wir. Leben. Oberpfalz" deutlich gemacht.

Und auch sonst ist bei diesem Neustart - Relaunch genannt - alles anders als bei den bisherigen Überarbeitungen, von denen das Internetportal seit 1996 schon einige erlebt hat. "Wir haben unseren alten Online-Auftritt analysiert und uns dafür entschieden, so zu tun, als ob wir die Website neu erfinden", sagt Chefredakteur Norbert Gottlöber. "Das alte Auto wurde also nicht umgebaut und modernisiert, sondern wir haben sozusagen ein komplett neues Auto gebaut - von der kleinsten Schraube bis zum Motor."

Die Frage: Was passiert wo?


Damit das neue Auto, um im Bild zu bleiben, später auch zur Zielgruppe passt, hat das Onetz-Team zusammen mit der Online-Kommunikationsagentur Quäntchen + Glück aus Darmstadt (Hessen) nicht nur die Nutzerzahlen des Portals unter die Lupe genommen. Auch statistische Daten zur Oberpfalz wurden in die Planungen einbezogen, Pendlerströme analysiert, Zahlenmaterial gesammelt. Am Ende hatte man sogenannte Personas definiert, modellhafte Durchschnittsnutzer, nach Interessen und Altersstruktur sortiert.

"Wir haben erkannt, dass die wichtigste Frage der Nutzer ist: Was passiert wo?", sagt de Vries. Die Antwort auf diese Frage bietet das Onetz in seiner neuen, ungewöhnlichen Navigation, mit der man genau nach diesen Kriterien durch das Angebot surfen kann: Politik aus Weiden oder doch lieber Kultur aus Amberg? Wirtschaft aus Schwandorf oder Sport aus dem Kreis Tirschenreuth? "So eine Navigation gibt es sonst nirgendwo", sagt Gottlöber, "es ist ein Experiment, und wir werden genau nachmessen, ob es gelungen ist."

Seitenwind für Grafik


Der Entwicklungsprozess bis zum Neustart war aufwendig: "Wir haben die Kernfunktionen des Portals neu definiert und mehr als 600 Gestaltungselemente überholt", sagt de Vries, "Kästen, Buttons, Überschriften - alles kam auf den Prüfstand." Ein Hauptziel: Das Onetz soll künftig auch mobil perfekt nutzbar sein, denn immer mehr Menschen lesen das Angebot des Medienhauses über ihre Smartphones. Dafür muss die Website im Kleinen wie im Großen funktionieren und gut aussehen.

Im Wettbewerb wurde entschieden, wer die grafische Umsetzung der Ideen übernehmen durfte: Die Regensburger Agentur Seitenwind machte schließlich das Rennen und sorgte für frischen Wind im Design. Viel Weißraum, alles wesentlich luftiger und leserfreundlicher. "Jeder Artikel ist jetzt eine kleine Startseite", fasst der Online-Chef die neue Gestaltung zusammen. Und auch das trägt einer Veränderung im Verhalten der Nutzer Rechnung: Ein wachsender Teil der Leser landet über Google oder soziale Netzwerke wie Facebook im Onetz und kommt nicht über die Startseite, auf der das Wichtigste aus allen Ressorts angeboten wird.

Zurück zum Auto-Vergleich: Unter der Haube des Onetz läuft als "Motor" ab sofort das Content-Management-System der Firma Gogol Publishing (Augsburg), mit dem in Zukunft nicht nur die Website, sondern auch die Zeitung produziert wird - Online und Print arbeiten dann mit dem selben Werkzeug. "Wir haben uns für Gogol nicht zuletzt deshalb entschieden, weil das System agil programmiert wird", ergänzt Medienhaus-Geschäftsführer Thomas Maul. "Das heißt, das neue Onetz wird schrittweise ausgebaut, einige Funktionen sind zum Neustart noch gar nicht verfügbar." Ein bisschen so, als ob am neuen Auto noch lackiert und geschraubt wird, während es schon fährt.

Eine Million Nutzer


Christian de Vries nennt die Website eine "robuste Beta" und betont, auch das sei Teil eines Kulturwandels: "Man ist nie fertig. Die Programmierer arbeiten kontinuierlich daran, das Feedback der Nutzer aufzunehmen und einfließen zu lassen." Und sie werden immer mehr: Im November hatte das Onetz mehr als eine Million Nutzer, hinzu kommen fast 28000 Fans auf Facebook, die sich auf Nachrichten aus dem Medienhaus "Der neue Tag" verlassen. Das erklärte Ziel: Der Leser soll hier alle wichtigen Informationen aus und über die Oberpfalz finden. "Jeder soll sich im Onetz demnächst sein ganz persönliches Angebot per Click zusammenstellen können", sagt Gottlöber, "auch eine eigene Onetz-App wird es in absehbarer Zeit geben." Das Auto fährt also. Und es hat bald noch ein paar zusätzliche Tricks auf Lager.

Das ist neu im neuen OnetzDer Name: Aus dem Oberpfalznetz wird schlicht Onetz. Deshalb gibt's auch ein neues Logo - und das Motto: "Wir. Leben. Oberpfalz."

Die Navigation: "Was und wo?", das ist jetzt die Kernfrage - orientiert an Themenbereichen und Orten/Landkreisen surft man durchs neue Onetz.

Das Layout: Mehr Luft, mehr Platz für alle Artikel.

Themenvernetzung: Am Ende jedes Artikels findet sich der Satz "Weitere Beiträge zu den Themen" und danach die wesentlichen Stichworte des Textes. Beim Klick auf eines der Stichworte gelangt man zu weiteren Artikeln zu diesem Thema - etwa 1,8 Millionen Texte aus den vergangenen 15 Jahren sind in den Onetz-Datenbanken gespeichert.

E-Paper -Leser hatten zum Neustart Probleme, ihre digitale Zeitung abzurufen. Unter der Adresse service.onetz.de/epaper ist es ab sofort direkt zu finden.

Anregungen, Lob und Kritik zum neuen Onetz per E-Mail an kontakt@onetz.de oder unter facebook.com/oberpfalznetz

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Neuer Name, neue Adresse:

www.onetz.de
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