Rettungstreffpunkte sollen Verunglückten im Forst helfen
Schnelle Hilfe im Wald

Mit Schildern wie diesem sollen möglichst viele der Treffpunkte gekennzeichnet werden. Im Bild von links: OB Kurt Seggewiß, Stadtförster Wolfgang Winter sowie Revierleiterin Andrea Sauer und Abteilungsleiter Moritz Neumann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Bild: fku
 
15 Rettungstreffpunkte Wald sind in Weiden eingerichtet. Daneben gibt es noch zahlreiche entlang der Stadtgrenze im Landkreis. Eine genaue Beschreibung der Weidener Standorte findet sich im Hintergrundkasten.

Grüne Schilder, die lebenswichtig sein können: Durch ein System von festen Hilfspunkten sollen Rettungskräfte verunglückte Personen im Wald künftig schneller finden.

Das Unglück geschah in den Weihnachtsferien. Der Mann war mit seinem Sohn im Wald im Landkreis, als der Filius sich schmerzhaft verletzte. Der Mann alarmierte die Rettung und eilte zu einem bestimmten Treffpunkt, wo ihn die Sanitäter sofort fanden. Rasch war der Verletzte im Klinikum. Eine Rettung, wie sie so schnell im Wald oft nicht möglich ist.

Moritz Neumann vom Forstamt berichtet von diesem Vorfall, während er selbst an einem dieser Treffpunkte steht, am Parkplatz bei der B 22 Richtung Cham, südlich vom Butterhof. Den Punkt markiert ein Schild. Es besteht aus einer signalgrünen Fläche mit eingezeichneten Pfeilen und Menschen, darunter eine Buchstaben-Zahlen-Kombination. Auf dem Parkplatz lautet sie WEN-2012. Das Schild zeigt einen von 15 Rettungstreffpunkten für Waldgebiete in Weiden an. Weitere existieren im Landkreis, teils nahe der Stadtgrenze. Dadurch sollen Forstarbeiter, aber auch alle anderen, die sich im Wald aufhalten, im Notfall rasch Hilfe finden.

Orientierung für Retter


Der Gedanke dahinter: Wälder sind oft unübersichtlich. Bei Unfällen ist es deshalb mitunter schwer, Rettung herbei zu lotsen. Die Treffpunkte sollen hier zur Orientierung dienen. Sie sind den Rettungskräften bekannt. Wer sich im Unglücksfall dorthin begibt - oder einen Begleiter dorthin schickt - und per Notruf 112 die jeweilige Kennung durchgibt, kann schnelle Hilfe erwarten. Wer nach einem Unfall nicht mehr bewegungsfähig ist, aber weiß, wo der nächste Punkt ist und welche Bezeichnung er hat, kann zumindest ungefähre Angaben zu seinem Standort machen.

Die Einführung der Treffpunkte in Weiden stellt Neumann zusammen mit seiner Kollegin Andrea Sauer vor. Auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Stadtförster Wolfgang Winter sind dabei, weil die Stadt bei der Einrichtung der Punkte unterstützt. Und weil das Ganze für alle Bürger lebenswichtig sein kann, für Arbeiter, aber auch Jogger oder Schwammerlsucher, wie Seggewiß sagt.

Die Standorte der Punkte sind so gewählt, dass sie ganzjährig von Sankas angefahren werden können, erläutert Sauer. Mitten im Wald befindet sich keiner. Sauer rät, die Kennung des nächsten Punktes am besten aufzuschreiben, um sie im Zweifel sofort parat zu haben: "In Panik vergisst man so etwas leicht." Hilfreich kann auch eine Signalpfeife sein, mit der man im Wald auf sich aufmerksam machen kann.

Virtuelle Punkte


Die Staatsforsten und die Forstämter wollen, in Kooperation mit der Staatsregierung, nach und nach die 15 Weidener Punkte mit Schildern markieren. Es ist aber noch nicht ganz ausgemacht, ob das auch überall klappt, weil in Privatwald die Besitzer damit einverstanden sein müssen. Virtuell existieren die Punkte aber in jedem Fall jetzt schon. Heißt: Die Rettungsdienste haben sie bereits in ihren Karten markiert. Einen Überblick dazu gibt es - mit weiteren wichtigen Informationen - auf www.rettungskette-forst.de. Dort finden sich auch weitere Hinweise zu einer kostenlosen App fürs Smartphone, in der die Punkte ebenfalls verzeichnet sind. Die App gibt zudem Informationen zum momentanen Standort des Nutzers und zu dessen Entfernung zum nächsten Treffpunkt, was im Notfall ebenfalls wichtig für Retter sein können.
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