Rettungszweckverband investiert 2,4 Millionen Euro in die neue Kommunikationstechnik – Start ...
Digitalfunk für Helfer erst im zweiten Anlauf

Daumen hoch. Verbandsvorsitzender Andreas Meier setzte die erste Meldung über Digitalfunk ab. Bild: Götz

Landrat Andreas Meier, Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, spricht von einer Zeitenwende. Alfred Rast, Geschäftsleiter des ZRF, hat einen eingängigen Vergleich zur Hand. "Das ist wie der Umstieg vom analogen Wählscheibentelefon zum Smartphone." Beide meinen die Einführung des Digitalfunks der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), den Meier am Freitag um 13.21 Uhr - nach einer kurzen Funkstille - offiziell in der Nordoberpfalz startete.

Diesem Wechsel vorausgegangen ist ein Insolvenzverfahren der mit der technischen Umrüstung beauftragten Firma, bedauerte Rast. Der Testbetrieb musste im Sommer 2015 abrupt gestoppt werden. Vor zwei Monaten vergab Meier die Restleistungen - im sechsstelligen Bereich - nach Oberbayern. "Jetzt endlich ist alles einsatzbereit." Er hoffe, dass sich die Vorbehalte, die es gegen die neue Technik gebe, bald auflösten.

Mit rund 2500 Digitalfunkgeräten sind die Helfer in der Nordoberpfalz ausgestattet. Die gesamte Umrüstung kostete 2,4 Millionen Euro. Die Kommunen erhielten jedoch vom Freistaat eine 80- bis 90-prozentige Förderung. Das gesamte neue digitale Netz in Bayern kostet über eine Milliarde Euro, berichtete Rast den zahlreichen Verantwortlichen von Feuerwehr, Rotem Kreuz und THW sowie den Notärzten und den Politikern aus Weiden sowie den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth.

Der Digitalfunk bietet wesentliche Vorteile: Der komplette Funkverkehr ist zweifach verschlüsselt und somit abhörsicher, erläuterte Rast. Die Sprache werde absolut klar und deutlich übertragen. "Es gibt kein Rauschen." Alle Funklöcher sind überbrückt. Außerdem lassen sich individuell "Gruppen" - auch bundesweit - zusammenschalten. Bei Gefahr setzen die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, BRK und Rettungsdienst, mit einem Knopfdruck über ihr digitales Funkgerät einen "Notruf" ab, der die genaue GPS-Ortung ermöglicht.

Damit führt die Leitstelle sofort Unterstützungskräfte heran und leitet Hilfs- bzw. Rettungsmaßnahmen ein. Mit den neuen Geräten sind Statusmeldungen möglich, das heißt, mit dem Drücken bestimmter Ziffern wird - ohne Sprache - eine Mitteilung an die ILS gesendet. Dank dieser Statusmeldungen reduziert sich der Sprechfunk auf das Wesentliche. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der sogenannten SDS-Funktion., vergleichbar der "SMS" beim Handy. Für die Praxis bedeutet dies, dass die ILS etwa einen Einsatz per "Schriftmeldung" an die Helfer sendet.
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