Richterverein unter neuem Vorsitz
Dennis Herzog übernimmt das Ruder

Der Vorstand des Richtervereins (von links): Josef Hartwig, Christian Härtl, Dennis Herzog, Dr. Alexander Wedlich und Matthias Bauer. Bild: ca
"Wir sind der liberalste Verein Deutschlands", scherzt Beisitzer Richter Dr. Alexander Wedlich . Mit Richter Dennis Herzog übernimmt ein Sachse den Vorsitz des Richtervereins Weiden. Bisher stand Staatsanwalt Christian Härtl an der Spitze der Berufsvereinigung aller Richter und Staatsanwälte. Denn: Tatsächlich sind bis auf wenige Ausnahmen alle Richter und Staatsanwälte Mitglied des Richterbundes.

Streng genommen liegt der Organisationsgrad mit 39 Mitgliedern sogar bei über 100 Prozent, wie Schriftführer Richter Josef Hartwig verrät. Wer im Staatsdienst in andere Bezirke wechselt, bleibt oft dem heimatlichen Richterverein treu.

Der Kontakt unter Kollegen ist denn auch eine der Hauptaufgaben des Vereins. Zum gemeinsamen Gartenfest mit dem Justizsportverein sind traditionell auch Familien und Pensionisten eingeladen. Zum Treffen zum Jahreswechsel mit dem Anwaltsverein gehen gar 270 Einladungen hinaus: Dann treffen sich wirklich alle Juristen, auch aus anderen Abteilungen der Justiz, zum beruflichen und persönlichen Austausch.

Bei der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder die neue Vorstandschaft mit dem neuen Vorsitzenden Herzog. Härtl wollte aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements (unter anderem in der Jugendarbeit der Spielvereinigung) als Beisitzer in die zweite Reihe treten. Komplett aus der Vorstandschaft verabschiedet hat sich Thomas Weiß, Amtsgerichtsdirektor in Tirschenreuth, der ebenfalls eine Vielzahl von Ehrenämtern ins Feld führte. Weiterer Beisitzer ist Dr. Wedlich, Richter am Amtsgericht. Matthias Bauer , Richter am Landgericht, führt als Bezirkskassenverwalter die Finanzgeschäfte des Richtervereins. Schriftführer ist Richter Josef Hartwig.

Der Richterverein vertritt natürlich auch die beruflichen Belange seiner Mitglieder. Immer präsentes Thema sind Arbeits- und Versorgungsbedingungen, sowohl personell, als auch materiell. "Sicherlich geht's uns da in Bayern im Deutschland-Vergleich gut", so Herzog. Der Staatsdienst muss punkten, um einer Karriere in der freien Wirtschaft etwas entgegensetzen zu können. Der Verein hat sich zudem auf die Fahnen geschrieben, jegliche Einflussnahme von Politik und Verwaltung auf die Unabhängigkeit seiner Richter "im Keim zu ersticken". Der Richterbund nimmt zudem Stellung zu Gesetzesvorhaben, aktuell beispielsweise zur Vorratsdatenspeicherung: "für eine Vielzahl an Ermittlungsverfahren unabdingbar."
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