Ruhig mal unbequem bleiben
Seniorenbeauftragte des Landkreies treffen sich

Lebkuchen aus dem Landkreis bekamen Bürgermeister Herbert Bauer als Gastgeber und Referentin Annegret Schefold (Zweiter und Dritte von links). Anja Dubrowski von der Seniorenfachstelle im Landratsamt, Leiter Wolfgang Fenzl und Kreisseniorenbeauftragter Ludwig Spreitzer (von links) bedankten sich mit Geschenken. Bild: wro

Einwohnermäßig ist es die kleinste Gemeinde im Landkreis. Aber Falkenberg hat viel zu bieten - auch für die älteren Einwohner.

Falkenberg. Regelmäßige Treffen der Seniorenbeauftragen des Landkreises Tirschenreuth fördern den Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Vertreter der Gemeinden trafen sich daher im Bräustüberl des neuen Tagungszentrums. Die Seniorenbeauftragten stehen in den Kommunen für alle Fragen rund ums Älterwerden als Ansprechpartner zur Verfügung, helfen oder vermitteln Unterstützung bei konkreten Anliegen, nehmen Anregungen und Wünsche für eine seniorenfreundliche Gemeinde entgegen.

Einmal pro Quartal treffen sie sich zum Gedankenaustausch in einer anderen Kommune. Bürgermeister Herbert Bauer und Seniorenbeauftragte Rita Wildenrother waren stolz, dass für die Dezemberkonferenz das Tagungszentrum unweit der Burg ausgewählt wurde. Zufrieden stellte Wildenrother fest, dass im Ort neben wichtigen Einrichtungen wie einer Bank auch noch Geschäfte vorhanden seien. Großer Beliebtheit erfreuten sich Volkshochschulkurse oder andere Freizeitangebote. In Kürze werde es auch eine Bocciabahn geben, versicherte Wildenrother.

Eine Sondervorstellung für Senioren und Behinderte habe das Falkenberger "Burgtheater" für sein Stück "Die Junggesellensteuer" am 2. Januar um 16 Uhr zum ermäßigten Eintrittspreis eingerichtet. Den Wünschen nach seniorengerechten Einrichtungen werde auch das "Hutza-Café" mit Sicherheit gerecht, sagte Wildenrother.

Anlässlich der Zusammenkunft hatte Annegret Schefold von der Koordinierungsstelle Wohnen im Alter ihr Kommen zugesagt. Ihr Vortrag "Aufgaben von Seniorenbeauftragen in Städten, Märkten und Gemeinden" war Leitthema der Sitzung. Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte die Diplom-Soziologin von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung in München, mit welcher Vielzahl von Problemen die Beauftragten konfrontiert werden.

Großer Beliebtheit erfreuen sich im Veranstaltungskalender die Seniorennachmittage, Stammtische und gemeinsame Ausflüge. Zum Selbstläufer hätten sich auch Tanznachmittage und das freie Singen entwickelt. "Da freue ich mich sogar selber drauf, wenn's mal soweit ist", kommentierte Schefold ihren Ausblick auf den noch fernen Ruhestand.

Isolation im Alter müsse nicht sein, betonte die Soziologin. Der Umgang mit der modernen Technik wie dem Internet sei dabei hilfreich, doch sei oft noch eine Scheu bei den Anwendern feststellbar. "Ängste müssen gemeinsam abgebaut werden", empfahl die Referentin. Vor allen Dingen würden Fragen nach einem seniorengerechten Wohnen immer mehr zum Thema. Schefold stellte dazu neue Wohnmodelle vor. Ein eigener Etat, der die Arbeit der Seniorenbeauftragten unterstützt, sei sehr hilfreich. Wichtigste Eigenschaft des Seniorenbeauftragten sei es, stets offene Ohren für die Bedürfnisse der älteren Generation zu haben.

Das Eintreten für die Belange der Senioren sei enorm wichtig. "Man muss oft unbequem sein und bei den Behörden immer wieder vorsprechen", berichtete Schefold aus ihren Erfahrungen. Sie legte den Ansprechpartnern vor Ort nahe, ihre Gemeinde bewusst mit einem Rollator oder Rollstuhl zu "erfahren". Schefold empfahl, die Senioren stets einzubinden, Kontakte zu pflegen und immer aktiv zu bleiben: "Verstehen Sie sich einfach als Botschafter", schloss die Diplom-Soziologin.
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