Sanierung und Erweiterung des Klinikums Weiden
Operation dauert 40 Jahre

Am Weidener Klinikum wird fleißig weitergebaut. Im nächsten Jahr soll die Zentrale Notaufnahme fertiggestellt sein, und im Jahr 2019 wird der Neubau stehen, in den die Palliativstation umziehen wird (im Vordergrund). Dann könnte es ruhiger werden. Bild: hfz

Der Architektenwettbewerb und die ersten Planungen nahmen schon mal vier Jahre in Anspruch. Dies ließ darauf schließen, dass die Runderneuerung des Krankenhauses, wie das Klinikum 1980 noch genannt wurde, einige Zeit andauern wird. Was dann tatsächlich "operiert" wurde, ahnte damals noch niemand.

Tatsächlich sind die Sanierungen, Erweiterungen und Umbauten bis heute nicht abgeschlossen. Die Bauabschnitte 8 und 9 sind in vollem Gange, wobei der "Neuner" (Zentrale Notaufnahme) den "Achter" (Neubau auf früherem Augustiner-Gelände mit Palliativstation und Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach) überholt hat und im kommenden Jahr fertiggestellt sein wird. Die Inbetriebnahme des Neubaus ist für das zweite Quartal 2019 vorgesehen. Den Verantwortlichen der Kliniken AG dürften mehrere Felsblöcke vom Herzen fallen. Dann könnte mal Ruhe an der Baufront angesagt sein.

Losgegangen war es Anfang der 80er Jahre unter der Führung des damaligen Verwaltungschefs Hans Kaltenecker mit dem Architektenwettbewerb. Den gewann das Münchener Büro von Dipl.-Ing. Hans Nickl. Das Bayerische Sozialministerium stimmte den Plänen zu. Vier Bauabschnitte waren zunächst vorgesehen. Doch es wurden neun. Hier Auszüge der Maßnahmen.

1. Bauabschnitt 1985 bis 1988:
Überbauung des Wirtschaftshofes zur Schaffung zentraler Behandlungsräume für die medizinischen Kliniken I und II, Erweiterung der Apotheke, Teilsanierung des chirurgischen Trakts, Errichtung einer zentralen Aufnahme, Ausbau der Physikalischen Therapie einschließlich Bewegungsbecken. Insgesamt 16,6 Millionen Mark.

2. Bauabschnitt 1989 bis 1991:
Verlegung der Heizzentrale und Errichtung einer Tiefgarage unter dem Patientengarten. 27,7 Millionen Mark.

3. Bauabschnitt 1992 bis 1995:
Errichtung des Gartentrakts, der an dem medizinischen Bettenbau anschließt und das veraltete Isoliergebäude ersetzt. Im Untergeschoss Bestrahlungszentrum mit zwei Linearbeschleunigern, im Erdgeschoss Kernspintomographie (heute MRT), Besuchercafeteria, in den drei Obergeschossen Pflegestationen, Bau eines Blockheizkraftwerks. 40 Millionen Mark.

3. Bauabschnitt 1996 bis 1998:
Neubau der Kinderklinik, 22,55 Millionen Mark.

4. Baubschnitt ab 2000:
Neugestaltung der Intensivstationen und des allgemeinen Pflegebereichs, Schaffung eines Operationszentrums, Neugestaltung des Eingangsbereichs. 66,5 Millionen Mark.

5. Bauabschnitt 2007 bis 2010:
Erweiterung der Apotheke, Errichtung eines onkologischen Zentrums, neue Endoskopieabteilung, zwei Linksherzkathedermessplätze. 10,2 Millionen Euro.

6. Bauabschnitt 2011 bis 2015:
Aufstockung der Gebäude 4 und 5, Sanierung der Stationen im Gebäude 7. 13,3 Millionen Euro.

7. Bauabschnitt 2010 bis 2014:
Errichtung einer operativen Intensivstation, Neubau dreier Operationssäle, darunter auch ein Hybrid-OP, Erweiterung Aufwachräume. 15,2 Millionen Euro.

8. Bauabschnitt 2016 bis 2019:
Errichtung eines Neubaus auf früherem Augustiner-Grundstück mit Palliativstation, Normalstation, Lagerräume, EDV und Technik, Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach. 29,5 Millionen Euro.

9. Bauabschnitt 2014 bis 2017:
Bau und Erweiterung der zentralen Notaufnahme. 6,4 Millionen Euro.

Kliniken-Vorstand Josef Götz hofft, dass ab 2019 etwas mehr Ruhe einkehrt. Erstmals nach fast 40 Jahren sind in der Folge keine größeren Baumaßnahmen geplant. Über Sanierungen aber will sich Götz schon Gedanken machen.
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