Schlag ins Gesicht für Ehrenamtliche
Vandalen wüten am Weiher des Modellbauclubs

Teile des mannshohen Leuchtturms bröckeln, teils klaffen Löcher im Mauerwerk. Die roten Zinnen am oberen Kranz, die massiv aus zwei Millimeter dicken Stahlblech bestehen, knicken weg. Und das sind nicht die einzigen Schäden, die Vandalen am Weiher des Schiffsmodellbauclubs angerichtet haben. Reparieren müssen das nun die Vereinsmitglieder. Ehrenamtlich. Bild: hfz

Angefressen steht Jürgen Behrendt, Vorsitzender des Schiffsmodellbauclubs (SMC), am Uferrand des Vereinsweihers bei Tröglersricht. Er blickt auf den mannshohen Leuchtturm, der den Weiher schmückt. Der Turm bröckelt, die Reling aus Metall ist stellenweise geknickt. Denn der Leuchtturm ist Opfer von Vandalen, die mit teils großen Steinsbrocken um sich geschmissen haben. "Blinde Zerstörungswut ist das", ärgert sich Behrendt. Nach Hundekot, Schwarzanglern, Wildcampern und Müllablagerungen reicht's ihm. Der Vorsitzende will den Weiher künftig mit Kameras überwachen.

Zumal die Unbekannten auch vor den Randplatten zur Uferbefestigung und vor den Bojen im Wasser keinen Halt machten. Der Schaden beläuft sich wohl auf gut 300 Euro, schätzt Behrendt. Viel schwerer wiegt aber der Schlag ins Gesicht für alle Ehrenamtlichen, die meist an den Wochenenden viele Stunden darauf verwenden, Weiher und Gelände in Schuss zu halten.

Entdeckt hat die Schäden, die Unbekannte irgendwann zwischen Samstag, 16. Juli, und Samstag, 23. Juli, angerichtet haben, der Materialwart des Vereins. Er mähte gerade Rasen. Er war es auch, der federführend den Turm nach dem Lindauer Vorbild gebaut hat, und meint, da sei schon brachiale Gewalt angewendet worden. Die Wurfgeschosse stammen zum einen von einem Steinhaufen, der wie die Randplatten zur Uferbefestigung dient. Vom Haufen ist nur noch die Hälfte an Steinen übrig. "Vermutlich liegt der Rest unwiederbringlich am Weiherboden", sagt Behrendt. Die Randplatten wurden auch zertrümmert.

Einen Fall für die Polizei möchte Behrendt daraus trotzdem nicht machen: "Wir wollen auf niemanden losgehen, das muss man auch so regeln können." Deshalb bittet er Spaziergänger, die übrigens stets willkommen seien, um Hinweise an smc-weiden@t-online.de. Vielleicht zeigen auch die Vandalen Reue und melden sich freiwillig. Da fände sich dann schon eine Lösung, sagt Behrendt.

Apropos Lösung: Der Vorsitzende des aktuell 50 Mitglieder starken Vereins hofft, endlich den Bescheid vom Bauamt über die Genehmigung des Baus eines Mini-Geräteschuppens zu bekommen, um gewisse Dinge sicher verstauen zu können.
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