Schnell zur Nachhilfe

Nicht alle schaffen es ohne Hilfe durch ihre Schulzeit. Die App "HeuteLernen" soll es Schülern erleichtern, eine passende Nachhilfe zu finden. Louis Bauer, Ulrich Stark, Christian Braun und Tobias Bauer vom Kepler-Gymnasium Weiden haben das Programm entwickelt. Grafik: Bauer

Abitur bestanden! Und dann ausgiebig die Ferien genießen? Von wegen. Vier junge Oberpfälzer haben viel freie Zeit in die Entwicklung einer App und Website gesteckt. Die machen es möglich, schnell und einfach einen passenden Nachhilfelehrer zu finden.

Bei dem Projekt mit dem Namen "HeuteLernen" können sich Nachhilfelehrer und Schüler aus der Region mithilfe einer App unkompliziert gegenseitig kontaktieren. Entwickelt haben die App Schüler des Kepler-Gymnasiums. Dabei versuchten sie, die langen und oftmals veralteten Listen mit Nachhilfelehrern, die bisher an vielen regionalen Schulen üblich waren, zu ersetzten.

Die Idee zur Digitalisierung der Nachhilfesuche hatte der 18-jährige Louis Bauer, der dieses Jahr Abitur am Kepler-Gymnasium machte. Zwei Jahre lang gab er selbst Nachhilfe. Dabei stieß er schnell auf Probleme bei der Nachhilfevermittlung. "Für viele ist es sehr schwierig den passenden Nachhilfelehrer zu finden. Es gab zwar schon gute Ansätze an Schulen, jedoch kamen da meist veraltete Karteikartensysteme zum Einsatz", berichtet er.

Kostenlos herunterladen


Als Louis die Idee seinen Freunden vorstellte, stieß er bei ihnen sofort auf gute Resonanz, da auch sie ein dringendes Problem erkannten. Innerhalb von drei Wochen ging die Website www.heutelernen.de online. Die Programmierung der Android-App dauerte über vier Monate. Seit ein paar Wochen ist sie im "Google Play Store", eine Version für den "App Store" soll noch folgen. Das Herunterladen soll kostenlos bleiben. Vor allem die plattformübergreifende Arbeit gestaltete sich schwierig. Durch gute Arbeitsteilung, Freizeitopferung und viele gemeinsame Treffen schafften es die vier schließlich. ihre Ideen auch technisch zu verwirklichen. "Alle haben einen Superjob gemacht. Vor allem unser Programmierer Ulrich Stark hat eine starke Leistung erbracht", schwärmt Louis Bauer, der bald sein Studium Technik und Wirtschaft an der TU München beginnt.

App mit vielen Vorteilen


Die App ist sehr übersichtlich gestaltet. Nachhilfelehrer können sich über ein Online-Formular registrieren lassen. Zudem sind sie nach Wohnort, Klasse, Fächer und Schule geordnet, was die Suche für einen Schüler vereinfacht. Eine erste Kontaktaufnahme mit einem potenziellen Nachhilfelehrer funktioniert durch eine Chat-Funktion. Es gibt keine "Karteileichen", und die Datenbank wird ständig aktualisiert. Wenn die App gut angenommen wird, soll in Zukunft eine Qualitätskontrolle der Nachhilfelehrer erfolgen. Bereits jetzt stehen mehr als 30 Lehrer in fast allen Fächern zur Auswahl. Jugendliche haben sofortigen Zugang und können selber herausfinden, wer ihnen liegt oder nicht. Auch auf den Datenschutz und die Privatsphäre legen die jungen Entwickler viel Wert. So wird bei den Wohnortangaben erst einmal nur der Stadtteil ersichtlich und nicht die ganze Adresse.

"Der Grundgedanke war, die Nachhilfevermittlung für beide Seiten zu vereinfachen und zu digitalisieren," erklärt Gründer Louis. "Es ist ein gutes Gefühl, wenn eine Vermittlung geklappt hat, man gutes Feedback bekommt und ein Schüler seine Note verbessern konnte", sagt Abiturient Christian Braun, der für das Grafik-Design zuständig war.

Zurzeit versuchen die Jungs, Werbung für ihr Projekt zu machen. Das Konzept einer derartigen von Schülerseite programmierten App ist nach deren Kenntnis einmalig in Bayern. Momentan sind Nachhilfelehrer für Weiden und Umgebung registriert. Langfristig wollen die Entwickler die Oberpfalz und Bayern mit ihrer Idee erobern.
1 Kommentar
Sonja Kaute aus Weiden in der Oberpfalz | 24.08.2016 | 10:35  
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