Schüler der Landwirtschafsschule Weiden suchen Lösungen gegen Arten-Schwinden
Achten und profitieren

Bei einer besonderen Unterrichtsstunde erarbeiteten Schüler der Landwirtschaftsschule Maßnahmen, wie sie die Artenvielfalt in ihren Betrieben schützen können. Bild: hfz

Landwirte arbeiten jeden Tag mit der Natur und profitieren wie kaum ein anderer von ihr. Doch sie tragen erheblich zur Gefährdung zahlreicher Arten bei. Das erfuhren Schüler der Landwirtschaftsschule bei einer ganz besonderen Unterrichtsstunde.

Den angehenden landwirtschaftlichen Betriebsleitern wird in der Landwirtschaftsschule Weiden schwerpunktmäßig Handlungs- und Entscheidungskompetenz im Bereich Betriebswirtschaft und der pflanzlichen und tierischen Produktion übermittelt. Im Unterrichtsfach "Naturschutz und Landschaftspflege" erwartete 15 Schüler des ersten Semestern nun eine besondere Herausforderung: Sie befassten sich mit dem Biodiversitätsprojekt in Tännesberg. Thomas Schwarz vom Büro Landimpuls in Regensburg gestaltete die Unterrichtsstunde im Auftrag der Trägergemeinschaft "Natur.Vielfalt.Tännesberg." Unterstützt wurde er von Sabine Kräckl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden. "Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur", leitete Schwarz in seinen Vortrag ein. Für alle Menschen stelle sich daher die Frage, was sie selbst zur Förderung der biologischen Vielfalt beitragen könnten.

"Vor allem die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Über Jahrhunderte hat sie dazu beigetragen, die Biodiversität durch Gestaltung und Pflege unserer Kulturlandschaft zu erhalten." Doch seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts nehme die biologische Vielfalt - auch durch die Intensivierung der Landwirtschaft - in Deutschland ab, erläuterte Schwarz. Dadurch seien zahlreiche wildlebende Arten und natürliche Ökosysteme akut bedroht. Deshalb war es Schwarz ein besonderes Anliegen, während der Unterrichtsstunde herauszustellen, wie Biodiversität und Landwirtschaft miteinander verbunden sind. "Zu den Ursachen des Verlustes der Artenvielfalt zählen Monokulturen und ein übermäßiger Einsatz chemischen Pflanzenschutzmitteln. Durch Rodungen oder wenn Hecken und Bäume entfernt werden, zerstört man zudem natürliche Lebensräume."

Abschließend entwickelten die Schüler eine Reihe von Maßnahmen, wie sie die Artenvielfalt in ihren eigenen Betrieben erhöhen könnten. Durch einen stärkere Einsatz der staatlichen Agrar-Umwelt-Programme, die Anlage von Blühstreifen und eine Reduzierung von chemischen Pflanzenschutzmitteln seien sie auf dem richtigen Weg, betonte Schwarz.

Biologische VielfaltBiodiversität oder biologische Vielfalt umfasst das gesamte Spektrum des Lebens auf der Erde. Sie schließt nicht nur natürlich vorkommende und gezüchtete Tier- und Pflanzenarten, sondern auch Mikroorganismen und Pilze ein. Immer mehr Arten seien akut bedroht. Daran habe auch die Landwirtschaft eine Teilschuld. Für die Menschen sei die Biodiversität eine der wichtigsten Lebensgrundlagen und Garant für Lebensqualität.

"Wir sind von ihr auf vielseitige Weise abhängig und profitieren von ihr", betonte Thomas Schwarz bei seinem Vortrag.
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