Schüler sehen und diskutieren Theaterstück
Wo liegt die Grenze?

"Du bist super," sagen die Schauspieler Rafaella Tempesta und Michael Gleich alias Lea und Sven zu jedem einzelnen Schüler im Publikum. Das Theaterstück "Mein Körper ist mein Freund" ermutigt die Kinder über ihre eigenen Stärken und Schwächen nachzudenken und sich selbst sowie andere zu akzeptieren. Bild: Schönberger

Nein sagen fällt Jugendlichen oft schwer. Schüler lernen anhand des Theaterstücks "Mein Körper ist mein Freund" in Fällen von sexueller Gewalt und Übergriffen richtig zu handeln.

"Schüler lernen ihre eigene Gefühlswelt besser zu verstehen", betont Diplom-Sozialpädagogin Corinna Lutz. In der Jahnturnhalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Stötznerschule wurde die Fortsetzung von dem Kindertheaterstück "Mein Körper ist mein Freund Teil II" vorgeführt. Der erste Teil wurde schon 2013 in Weiden präsentiert. Schülern wird spielerisch vermittelt in bedrängenden Situationen "nein" zu sagen. Sie lernen eigene körperliche Grenzen zu erkennen und die anderer Menschen zu respektieren.

Es ist ein präventives Schauspiel, das vom Theater Eukitea entwickelt wurde. Die Handlung dreht sich um Lea und Sven, die von Raffaella Tempesta (39) und Michael Gleich (47) verkörpert werden. Im ersten Teil ging es um Kinder, die von Erwachsenen sexuell angegangen werden. Nun im nächsten Part, sind sie zu Jugendlichen herangewachsen. In dem Stück erzählen die Pubertierenden von Träumen, Schwärmereien, Erfahrungen, Ängsten und Geheimnissen aus ihrem Alltag und dem von Freunden. Spielend, tanzend, singend schlüpfen sie in verschiedene Rollen. Diverse Gefühlslagen werden deutlich: Wut, Unsicherheit, Euphorie, Heiterkeit. Mit dem Keyboard begleitet Fred Brunner musikalisch die Szenerie. Die Intention ist, dass die Heranwachsenden lernen mit zwischenmenschlichen Beziehungen umzugehen und Grenzen zu erkennen. Sie sollen in den richtigen Momenten "nein" sagen können. "Denn nur dann, kann man auch 'ja' sagen, zu sich selbst, seinen Gefühlen und Sehnsüchten," signalisieren die Macher des Stücks.

Eltern mit eingebunden


Im Vorfeld wurde das 45-minütige Spiel auf einem Elterninformationsabend gezeigt. Hier waren Pädagogen aus Weidener Beratungsstellen anwesend. Christine Hiendl vom Jugendamt, Karin Schmidt von Dornrose e. V. sowie Gunter Hannig, der Leiter der Erziehungsberatungsstelle Weiden/Neustadt, stellte sich den Fragen der Eltern.

Das Stück wurde in zwei Schulaufführungen gezeigt. Zuschauer waren acht Schulklassen, inklusive zwei Klassen aus der Pestalozzi-Mittelschule. Nach dem Theater durften die Kinder Fragen an die Schauspieler stellen. Ein Junge wollte wissen: "Warum hat Sven Alkohol getrunken?"

Gemeinsam erarbeiten die Schauspieler, Lehrer und Kinder die Antwort: "Weil er Angst hatte"; "die Stimmung hat gepasst"; "doch eigentlich hat er dadurch nur alles schlimmer gemacht", lauten die Eindrücke. Im Anschluss ging es mit den Lehrer zurück ins Klassenzimmer. Dort wurde das Gesehene pädagogisch aufgearbeitet.

Anlaufstellen für Eltern:Corina Lutz empfiehlt Eltern diese Beratungsstellen bei Problemen mit Gewalt, sexuellen Übergriffen oder ungewollter Schwangerschaft.

Donum Vitae, Tel.: 0961/4016940

Dornrose e. V., Tel.:09 61/33 0 99

Erziehungsberatungsstelle Weiden/Neustadt, Tel.: 0961/3917400

Stadtjugendamt Weiden, Christine Hiendl ("Schwerpunkt Gewalt gegen Kinder und Jugendliche"), Tel.: 0961/81-5117
Weitere Beiträge zu den Themen: Schule (583)Theater (266)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.