Schüler üben sich als Rollstuhlfahrer oder im Dunkelcafé
Sinne schärfen

Im Rollstuhl zu sitzen, ist eine völlig neue Erfahrung für die Schüler. Den Parcours zu meistern, war gar nicht so einfach, für die meisten sogar ein Kraftakt. Alexander Grundler (vorne, rechts), Behindertenbeauftragter der Stadt, instruierte die Schüler beim Selbsterfahrungsprojekt im Jugendzentrum. Bild: Götz

Es ist dunkel. Stockdunkel. "Ich seh' nichts mehr." Auf einmal sind andere Sinne als das Sehvermögen gefragt. Wo? Im Dunkelcafé.

Wie fühlt sich es an, mit Barrieren im Alltag klarzukommen? 300 Weidener Schüler können diese Frage nun beantworten. Zusammen mit dem Arbeitskreis "Offene Behindertenarbeit" veranstaltete das Jugendzentrum eine ganze Woche lang das Selbsterfahrungsprojekt "SENS(E)-ibilisierung". Dabei führten eigens angelernte FOS-Schüler des sozialen Zweiges Schulklassen aus der ganzen Stadt durch die Stationen.

"Ziel der Aktion ist es, die Schüler schon in jungen Jahren dafür zu sensibilisieren und darauf aufmerksam zu machen, welche Barrieren Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag meistern müssen. Man lernt hier, wie Geh- und Sehbehinderte leben oder wie man als Rollstuhlfahrer trotz Beeinträchtigung mit guter Laune den Alltag meistern kann," erklärt Sozialpädagogin Theresa Sowa das Projekt.

"Parcours einmal anders"


Zwei Stationen, einen Rollstuhlparcours und das Dunkelcafé durchliefen die Schüler. Unterschiedliche Bodenbeläge und Hindernisse simulierten im Parcours die Tücken im Alltag eines Rollstuhlfahrers. Der Basketballkorb zeigte den Teilnehmern auf, dass sich auch Rollstuhlfahrer sportlich betätigen können und der Spaß bei ihnen nicht zu kurz kommt.

"Den Slalom zu meistern und nachzufühlen, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen, hat mich sehr beeindruckt", erzählt Sandro, der den Parcours gemeistert hat. "In Zukunft will ich den Menschen mehr helfen, zum Beispiel Rollstuhlfahrern auf der Straße, die Probleme haben, irgendwo hochzukommen."

Im Dunkelcafé sammelten die Schüler dann ganz andere Erfahrungen in völliger Dunkelheit. In den verschiedenen Räumen mit unterschiedlichen Utensilien waren diesmal Gehör-, Geschmack- und Tastsinn verstärkt gefragt. Spielerisch erlebten die Schüler so, wie es sich anfühlt, mit einer Sehbehinderung zu leben. "Am besten hat mir das Dunkelcafé gefallen. Man merkt, wie es sich anfühlt, blind zu sein und welche Gefahren im Alltag bestehen. In Zukunft will ich beeinträchtigten Menschen mehr helfen", sagt René. Im Abschlussgespräch tauschten die Schüler ihre Erfahrungen aus und reflektierten, was sie gelernt haben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Jugendzentrum (37)Dunkelcafé (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.