Schülerinnen begeistern sich für Medizintechnik
Wenn die Nebel sich lichten

Der Girls' Day kann die Weichen für das ganze Berufsleben stellen. Ziel des bald seit zwei Jahrzehnten durchgeführten Aktionstags ist es, Mädchen für gewerblich technische Berufe zu begeistern. Bei der Medizintechnik haben sie schon angebissen.

Die "Schnupperplätze" an der OTH in Weiden für das Studium der Medizintechnik waren schnell ausgebucht. 30 Schülerinnen aus weiterführenden Schulen hatten sich gemeldet, um mehr über dieses Studium an der Weidener Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen zu erfahren. Projektkoordinatorin Özlem Ajazaj-Tangobay organisierte die Berufsinformation in den Labors des medizintechnischen Instituts im Weidener Technologiecampus.

Das Infoprogramm der Hochschule ist offenbar gut angekommen. Denn die Schülerinnen waren begeistert bei der Sache. Bekleidet mit weißen Mänteln, konnten sie sich schon fast als Wissenschaftlerinnen fühlen, als sie etwa im Labor Bakterien mikroskopisch untersuchten und diagnostizierten.

Noch interessanter war es im Simulations-Operationssaal. Dieser ist bekanntlich genauso ausgestattet wie "im Echtbetrieb" einer Klinik. Mit einem völlig ungefährlichen "Nebelerzeuger" wurde demonstriert, wie der Luftstrom in einem Operationsraum fließt und dieser fast zum Reinraum wird. So kann eine Infektionsgefahr für den Patienten ausgeschlossen werden. Das wurde durch ein Experiment nachgewiesen. Vom Boden aus wurde aus Düsen mit Partikeln verunreinigte Luft freigesetzt. Im Experiment namens "Schutzgradmessung von Operationsräumen" konnte dann gemessen und nachgewiesen werden, dass die Luft weitgehend gesäubert wird und keine Gefahr für den Patienten besteht.

Beste Berufsaussichten


Die Schülerinnen waren nicht die ersten, die sich für Medizintechnik begeistern. "Wir haben in diesem Studienfach einen Frauenanteil von rund einem Drittel", berichtet Vizepräsidentin Professor Dr. Christiane Hellbach. Dagegen gebe es in "Studienfächern ausschließlich technischer Natur" wie Maschinenbau nur rund zehn Prozent weibliche Studierende. Trotz der sehr guten Berufsaussichten, wie die Hochschullehrerin erklärt.

Im Anschluss an den praktischen Teil des Infotags wurden die Schülerinnen durch die Hochschulräume geführt, damit sie konkrete Vorstellungen über den Alltag der Studenten gewinnen konnten. Vorlesungs- und Seminarräume, Bibliothek, aber auch die Mensa konnten besichtigt werden. Studierende standen für Auskünfte zur Verfügung.

Anerkennung und Lob von den Teilnehmern am Pressegespräch erhielten die Organisatorinnen des Girls' Day, Margot Salfetter, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, sowie Monika Langner und Johanna Hauer, Gleichstellungsbeauftragte bei der Stadt Weiden beziehungsweise beim Landkreis Neustadt/WN.

Sich richtig entscheiden


s OB Kurt Seggewiß und der stellvertretende Landrat des Landkreises Neustadt/WN, Albert Nickl, sowie Arbeitsagentur-Bereichsleiterin Claudia Wildenauer-Fischer freuten sich ebenfalls über die sichtbare Begeisterung der Schülerinnen. Alle Gesprächsteilnehmer betonten die Bedeutung der Berufsorientierung für Schüler, um Fehlentscheidungen bei der Berufswahl zu vermeiden.
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