Schulen, Flüchtlinge, Realschulneubau, Keramikmuseum, Gewerbegebiet, Max-Reger-Tage, Hartz IV
Auf „Roter Couch“ mit Fragen gelöchert

Schulen, Flüchtlinge, Realschulneubau, Keramikmuseum, Gewerbegebiet, Max-Reger-Tage, Hartz IV - Oberbürgermeister Kurt Seggewiß nahm auf der "Roten Couch" der SPD Stadtmitte zu "heißen Eisen" Stellung. Bild: uz

"Bildung hängt leider auch vom Geldbeutel der Eltern ab", glaubt OB Kurt Seggewiß. Wie sonst ließe es sich erklären, dass von der Clausnitzerschule 80 Prozent, aber von der Gerhardingerschule nur 20 Prozent an weiterführende Schulen wechselten.

Die Ortsvorsitzende der SPD-Stadtmitte, Stadträtin Dr. Sema Tasali-Stoll, hatte den Weidener Rathauschef Kurt Seggewiß auf die "Rote Couch" im "Ratskeller" geholt. Ihm gehe es darum, möglichst viele Menschen in Brot und Arbeit zu bekommen, so der Oberbürgermeister. Die Arbeitslosenquote sei in Weiden von 15 Prozent auf unter sechs Prozent gesunken. Rechne man die Selbstständigen und Gewerbetreibenden dazu, all jene, die nicht zu den 16 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählten, dann seien in Weiden 40 000 Menschen beschäftigt. "Das ist von Wucht und Bedeutung."

Dennoch müsse die Stadt immer noch mit einer relativ hohen Arbeitslosenquote zurechtkommen, sagte der OB. Jugend- und Sozialamt kosteten die Stadt eine Menge Geld. "Die Million ist da nicht mehr viel wert." Er wolle vor allem auch Jugendlichen helfen, die kein Mensch mehr erreiche. Und er wolle den Gedanken eines Sozialbürgerhauses weiterverfolgen und neue Strukturen schaffen. Wie die Zusammenfassung von Jugendamt, Sozialamt und Teilen des Jobcenters. "Je weniger Hartz-IV-Empfänger wir haben, desto günstiger wirkt sich dies auf unseren Haushalt aus", sagte Seggewiß.

Es ging um den Wittgartendurchstich zur weiteren Belebung der Innenstadt. Es ging aber auch um die Frage, was besser sei: die Realschulen zu sanieren oder doch kostengünstiger an anderer Stelle neu zu bauen. "Die Regierung der Oberpfalz unterstützt nur die günstigere Lösung." Innerhalb eines Jahres sollte es der Verwaltung gelingen, das 47,5 Hektar große Gewerbegebiet Weiden-West-IV planungsreif zu machen. Warum es so lange gedauert habe? Das liege am Bürgerentscheid, "der, so wie ich sehe, gut und richtig war". Weiden sei Logistikstandort in der Region und setze auf die Vermarktungsstrategie des Autobahnkreuzes.

Ein Traum sei, Kulturbühne und Landestheater Oberpfalz in ihrer Außenwirkung unter einen Hut zu kriegen. Weiden sei kulturell sehr gut aufgestellt. "Wir haben für unsere Stadt ein ganz schön ordentliches Angebot, was die Kultur betrifft." Als guten Ansatzpunkt empfinde er den CSU-Vorschlag, Keramikmuseum und Regionalbibliothek personell und über einen gemeinsamen Eingang zusammenzulegen, unterstrich Seggewiß. Außerdem bemühe er sich, den Kulturfonds des Freistaats zugunsten der Max-Reger-Tage für eine Dauerförderung anzuzapfen. "Max Reger ist der einzige Weidener, der es in die Walhalla geschafft hat."

In Weiden lebten aktuell 550 Flüchtlinge. Es komme eine riesige Integrationsleistung auf die Stadt zu. "Ich bedauere zutiefst, dass diejenigen, die für die Integration vor Ort zuständig sind, die Kommunen also, nicht mit am Verhandlungstisch sitzen." Aber: Die Stadt habe viele engagierte Bürger. Und: Mit den russischen Zuwanderern habe es ja auch geklappt. So setze er auch bei den Flüchtlingen auf die zweite Generation. Der Plan für die nächsten acht bis zehn Jahre sollte aufgehen.
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