Seit 20 Jahren berichtet OTV aus der Region
"Willkommen daheim"

Das Moderatorenteam der ersten Jahren (von links): Thomas Bärthlein, Christian Reimer, Christoph Rolf, Kerstin König, Lothar Höher, Agnes O. Eisenreich, Robert Wirth und Harald Rippl. Bild: OTV
 
So soll das neue Studio von OTV aussehen. Im Juni geht der Umbau über die Bühne. Bild: OTV

Seit 20 Jahren berichtet OTV aus allen Ecken der Oberpfalz. Der erfolgreichste Regionalsender Bayerns setzt auf vor allem auf Bodenständigkeit. Zum Jubiläum ist der Blick in die Zukunft gerichtet: Die Bilder aus dem Amberger Studio gibt es demnächst in HD.

Geschäftsführer Lothar Höher und Studioleiter Christoph Rolf gehören zu den "Männern der ersten Stunde". Insgesamt fünf Mitarbeiter vom Sendestart am 1. März 1996 sind immer noch bei Oberpfalz TV (OTV) beschäftigt. Rund 50 Mitarbeiter versorgen die Region mit bewegten Bildern. "Wir sind eher wie eine Zeitung aufgestellt", meint Höher: "Wir haben dank unserer Videoreporter eine Vielzahl von Meldungen."

Volksmusik bleibt


Das "Sahnestück" bei OTV ist das tägliche Magazin um 18 Uhr. Sehr beliebt ist auch die Wetterschau mit Kult-Moderator Thomas Bärthlein. Der Wetterfrosch gehört zu den Markenzeichen des Senders. Die Moderatoren sind entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Senders. Auch Lothar Höher steht regelmäßig vor der Kamera in der Sportshow "Rückpass" und vor allem bei der Volksmusik-Sendung. Diese werde bayernweit am meisten geschaut, erzählt Höher. Und soll auch beibehalten bleiben. Einen Kahlschlag wie beim Bayerischen Rundfunk und radikale Änderungen werde es nicht geben. Höher: "Wir setzen auf Kontinuität".

Apropos BR. Mit den TV-Kollegen vor Ort habe man keine Probleme, so Höher. Das gebührenfinanzierte Fernsehen nennt er gleichwohl eine "Wettbewerbsverzerrung". Den Auftrag der lokalen Berichterstattung erfüllten schließlich mit den vergleichsweise bescheidenen und eigenfinanzierten Mitteln die Regionalsender. Der Slogan von OTV lautet schließlich: "Willkommen daheim."

Mit einer stabilen Zuschauerzahl von täglich 60 000 im Magazin und 200 000 insgesamt liegt OTV bayernweit bei den Quoten vorn. Und das, obwohl das Angebot an TV-Sendern von 32 vor 20 Jahren auf jetzt mehrere Hundert explodiert ist. OTV schreibt schwarze Zahlen, trotz Wegfall des "Kabelpfennigs" vor etwa sechs Jahren. Die staatliche Unterstützung habe immerhin rund 200 000 Euro pro Jahr betragen, berichtet Höher. Durch Geschäftsfelder wie der Produktion von Imagefilmen für die Industrie habe man diesen Wegfall aber auffangen können.

Unverzichtbar ist auch der Online-Auftritt. Rund 250 000 Video-Downloads zählt OTV monatlich. "Viele schauen sich den Beitrag dann abends auch im Magazin an", erzählt Höher. Vor allem für junge Leute sei das Internet-Angebot wichtig. Alle drei bis vier Jahre wird an der Präsentation im Studio gefeilt, gibt es einen Relaunch.

In vier Jahren Wechsel


Als nächster großer Schritt wird OTV im nächsten Jahr in HD zu sehen sein, was Investitionen im hohen sechsstelligen Bereich mit sich bringe. Die Konkurrenz seien schließlich die nationalen Sender, erklärt Rolf: "Da siehst du beim Durchzappen Straßen mit Villen, dann musst du genau so aussehen und nicht wie eine Garage." Zu den Höhepunkten in der Berichterstattung zählen die Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen in den vergangenen 20 Jahren. Sehr aufwendig waren die Live-Übertragungen der Eishockey-Derbys zwischen dem ERSC Amberg und dem EV Weiden. Zuletzt war OTV beim Regionalliga-Spiel FC Amberg gegen SSV Jahn Regensburg live und mit voller Mannschaftsstärke vor Ort. Vier Jahre will Lothar Höher noch Geschäftsführer bleiben: "Mit 66 Jahren höre ich auf, dann ist Zeit für einen Generationswechsel." Der 50-jährige Rolf soll ihn dann nach seinem Wunsch beerben. "Ich weiß dann alles in guten Händen."

PreiseOTV hat im Laufe der Jahre mehrere Preise abgeräumt. Im Jahr 1999 gewinnt der Sender den ersten BLM-Lokalfernsehpreis für die Berichterstattung über den Niedergang der Maxhütte, weitere Erfolge unter anderem für die Berichterstattung über das Unglück von Kaprun folgen. Im Jahr 2008 geht der Deutsche Regionalfernsehpreis in der Königsklasse "Bestes Nachrichtenmagazin" in die Oberpfalz. Ein Jahr später siegt OTV in der Kategorie "Beste Moderatorin" mit Stephie Gräß (Walter). 2011 gewinnt in dieser Kategorie Andreas Denk. 2014 Monika Müller. (we)


Chronologie1995: Gründung der Oberpfalz TV GmbH & Co.. Geschäftsführer sind Johannes Muhr und Lothar Höher. Mitgesellschafter ist das Medienhaus "Der neue Tag".

1996: Sendestart von OTV.

1997: Erste Funkanalyse durch Infratest und Nominierung von OTV zur Nummer eins in Bayern!

1998: OTV weitet das Fernsehprogramm aus. Aus einer Stunde Sendezeit wird Vollprogramm mit Nachrichten rund um die Uhr

2000: OTV kooperiert mit TV Bayern und Seven One Media

2002: OTV geht auf Satellit. Zunächst mit einer Stunde täglich.

2003: Alle Produktionen von OTV werden digital.

2005: OTV produziert Business-TV und wird zum Medienpartner der Wirtschaft.

2009: Bayerns erfolgreichster lokaler Fernsehsender bleibt OTV.

2011: Die Zuschauerzahlen erreichen den höchsten Wert seit Sendestart.

2013: OTV ist jetzt 24 Stunden via Satellit zu empfangen.

2015: OTV ist auch über T-Entertain zu sehen. Damit sind alle Verbreitungswege abgedeckt. (nt/az)
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