Seit zwölf Jahren hilft "Hoffnung für Menschen" an der Küste Südindiens
Erste Generation hat es geschafft

Die erste Generation hat's geschafft. "23 Kinder, die früher bettelten und auf der Straße lebten, beginnen jetzt dank unserer Hilfe mit ihrer Berufsausbildung", erklärt Pfarrer Antony Soosai. Er begleitete den von Horst Heider ins Leben gerufenen Verein "Hoffnung für Menschen" von Beginn an.

In drei Kinderdörfern werden in Indiens Süden unter SOS-Kinderdorf-ähnlichen Bedingungen rund 80 Kinder betreut. Am Samstag trafen sich Vorstandsmitglieder und Kunden des Friseursalons "Die Friseure" in der Nikolaus-Otto-Straße zum Umtrunk. Eingeladen hatte Friseurmeisterin Renate Richter, die heuer selber mit in Indien war, von der Arbeit begeistert ist und mit ihrer Aktion neue Paten gewinnen möchte.

Soosai erläuterte den Gästen, warum er Priester geworden sei. Als Zehnjähriger habe er seinen Vater, einen Fischer, verloren. Nach indischer Sitte wären die Hinterbliebenen ins wirtschaftliche und soziale Abseits gelangt, hätte sich nicht sein Onkel, ein Geistlicher, der Witwe und ihrer vier Kinder angenommen. Alle hätten anständige Berufe erlernt. "Ich hab mir deshalb gesagt, mein Glück möchte ich zurückgegeben." Heider hatte ein anderes Erlebnis. Er besuchte Südindien im Sommer 2004. Ihn habe die Liebenswürdigkeit der Kinder beeindruckt. "Ich wollte helfen." Diese Hilfe konnte nicht auf die lange Bank geschoben werden, weil zu Weihnachten desselben Jahres der Tsunami ein Drittel aller Küstenorte in eben dieser Gegend vernichtete.

Heider schilderte am Beispiel eines "Aschenputtels", welch bewegende Schicksale in den Kinderdörfern beherbergt würden. Das Mädchen sei von der Stiefmutter drangsaliert worden. Ihr sei sogar eine Niere entfernt worden, um die Familienkasse aufzufüllen. Durch Flucht habe sich die junge Frau dann gerettet, sei bei einem Priester und schließlich im Kinderdorf gelandet. Inzwischen habe das Mädchen einen sehr guten Schulabschluss hingelegt und möchte Krankenschwester werden.

Der Verein "Hoffnung für Menschen" ist auf Patenschaften und Spenden angewiesen. Nur so könne die Hilfe für die Kinder bewerkstelligt werden. Jeder Euro komme an, versicherte Soosai. Die Reisen der Mitglieder nach Indien werden aus den eigenen Taschen finanziert.
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