Senioren feiern ihr Zentrum
20 Jahre Maria-Seltmann-Haus

103 Jahre hat das Gebäude Herrmannstraße 6 auf dem Buckel. Es war öffentliches Bad, Kriegslazarett, Max-Reger-Schule. Doch seine größten Erfolge feiert es als Seniorenzentrum. Dank der großzügigen Stiftung von Maria Seltmann.

(ps) Auf den Tag genau 20 Jahre nach der Eröffnung ging am Dienstag die Jubelfeier über die Bühne. Aus der ehemaligen Max-Reger-Schule wurde am 5. Januar 1996 eine Schule für ältere Menschen, die etwas lernen wollen, erinnerte Leiterin Susanne Meichner. Statt anfangs 25 Teilnehmern pro Tag strömen inzwischen fast 100 täglich ins Haus. Und obwohl sich das Kursangebot in erster Linie an ältere Menschen richtet, gilt: "Es geht nicht beschaulich zu. Es wird viel gelacht. Das zeigt: hier hat man Freude und Freunde gefunden."

Das belegte auch die gut besuchte Feier im Café Zeitgeist, dem Café des Seniorenzentrums, in dem für die Gäste ein leckerer Brunch aufgebaut worden war. Neben Vertretern der Fraktionen und Sozialamtsleiter Thomas Hentschel hatten sich zur Feier auch Inge Seltmann und Ludwig Zitzmann für den Stiftungsrat eingefunden. Ihnen und der inzwischen verstorbenen Stifterin Maria Seltmann galt ganz besonderer Dank. "Sie hat, dank ihrer Großzügigkeit, das alles erst möglich gemacht", sagte Susanne Meichner. Der Stiftungsrat sorge mit der jährlichen Unterstützung dafür, dass das breitgefächerte Angebot aufrecht erhalten werden könne. Ein Angebot, um das Weiden von vielen anderen Städten beneidet wird, wie Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder berichtete. Maria Seltmann habe mit dieser Idee vor 20 Jahren große Weitsicht bewiesen, stellte Bürgermeister Jens Meyer in seinem Grußwort fest: "Das Maria-Seltmann-Haus ist ein Segen für unsere Stadt und die Bürger."

Team hat noch viel vor


Dabei wollen sich die Verantwortlichen nicht auf den Lorbeeren ausruhen. "Unser Team hat noch viel vor, mit und für Senioren." Meichners Dank galt ihren Kolleginnen Sabine Birner und Regina Musil sowie den engagierten Kursleitern. "Sie sind ein Glücksfall für das Haus. Hier wird Bildung nicht verkauft: sie soll Freude machen." "Wer das Maria-Seltmann-Haus nicht kennt, der pennt." Zu diesem Fazit kamen Elfriede und Winfried Bühner in einem ersten Sketch der hauseigenen Theatergruppe. "Sie war spontan bereit, die Feier mitzugestalten", freute sich Meichner.

Mit sehr persönlichen Worten nahm sie die Ehrung der Kursleiter vor, die seit 15 Jahren und länger im Seniorenzentrum aktiv sind. An der Spitze Annemarie Uschold: Bereits seit 20 Jahren hilft sie Menschen, die ihren Partner verloren haben, neuen Lebensmut zu finden. Für 19 Jahre geehrt wurden: Erna Häupl ("Sie nimmt uns mit auf Entdeckungsreisen") Cornelia Gurdan ("Mit ihr ist die Musik eingezogen"). Für 17 Jahre: Irmgard Schott ("Singen macht leicht ums Herz. Sie leitet den Singkreis"), Maria Weber ("Kreativität ist ihre Passion, die sie in der Keramikwerkstatt weitergibt"), Hans Hoffmann ("Er zählt zum Urgestein. Er gründete die Theatergruppe und leitete sie 17 Jahre lang").

Für 16 Jahre: Helga Wiesbeck ("Ihre Schreibgruppe trägt dazu bei, dass die Erlebnisse älterer Menschen nicht in Vergessenheit geraten"), Eve Witte ("Sie überzeugt unsere Senioren davon, wie gut asiatische Bewegungsarten Körper und Geist tun"), Werner Kunz ("Seine Fahrten waren immer der Renner"). Für 15 Jahre: Dietrich Mayer ("Er lehrt Latein nicht nur, er lebt es"), Hans Karnovsky ("Von der Krippe bis zum Doppelbett. Das alles ist unter seiner Hilfe in der Schreinerwerkstatt schon entstanden").

Musikalische Premiere


Für eine Premiere sorgten die Leiter der hauseigenen Musikgruppen: Cornelia Gurdan, Michaela Gaach, Josef Troidl und Werner Haschberger. Sie musizierten zum 20-Jährigen erstmals gemeinsam und trugen mit Hackbrett und Zither musikalisch zum Erfolg der Feier bei.
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