"Sicherungen durchgebrannt"
29-Jähriger schlägt und würgt Lebensgefährtin: Geldstrafe

(Foto: dpa)

Im Streit hatte er seine Lebensgefährtin geschlagen und gewürgt. Das bekommt einem 29-Jährigen teuer zu stehen: Richter Hubert Windisch verurteilte ihn zu 90 Tagessätzen à 25 Euro wegen Körperverletzung. Vom Vorwurf der Bedrohung sprach Windisch den Weidener frei, weil der genaue Wortlaut, der gefallen war, fraglich blieb.

Nach einem Streit in der Wohnung, bei dem es um das Verhalten gegenüber dem gemeinsamen Kind ging, hatte der Angeklagte die 21-Jährige mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Ferner verpasste er ihr auch einen Kopfstoß gegen die Stirn verpasst und würgte die zierliche Frau, bis sie keine Luft mehr bekam. Sie habe gedacht, jetzt müsse sie sterben, sagte sie nun im Zeugenstand aus. Anschließend sei es ihr gelungen, per Telefon ihren Vater zu Hilfe zu rufen.

Bei dem, was folgte, gingen die Aussagen auseinander. Die Geschädigte behauptete, ihr Freund habe gesagt, er werde "dem Vater den Schädel einschlagen". Der Angeklagte dagegen versicherte, er habe geäußert, dass er ihn "aufs Maul hauen" werde. Rechtsanwalt Rouven Colbatz hielt der jungen Frau ihre Aussage bei der Polizei vor. Dort hatte sie im November ebenfalls letztere Version zu Protokoll gegeben. Da dies keine Drohung mit einem Verbrechen darstelle, habe er den Mann im Anklagepunkt "Bedrohung" freigesprochen müssen, erläuterte Richter Windisch.

Die Ohrfeige, den Kopfstoß und das Würgen standen außer Frage, da der Angeklagte dies zugegeben hatte. Dafür hätte Staatsanwalt Rene Doppelbauer eine Freiheitsstrafe von neun Monaten, die zur Bewährung auszusetzen gewesen wäre, für nötig erachtet. Verteidiger Colbatz hatte auf 60 Tagessätze Geldstrafe plädiert. Die - nicht ernst gemeinte - Drohung gegenüber dem Vater der Hausfrau habe zweifelsohne so gelautet, wie es die Polizei protokolliert hatte.

Die Körperverletzung, für die sich sein nicht vorbestrafter Mandant entschuldigt habe, sei aus einer psychischen Ausnahmesituation heraus zu erklären, betonte Colbatz. Dem Weidener seien "die Sicherungen durchgebrannt".
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