Sonderausschuss Innenstadtentwicklung lässt Direktoren der Realschulen nicht mal zuhören
Chefs Stuhl vor die Tür gestellt

Die aktuellen Zahlen für die Generalsanierung beziehungsweise für die Neubauvarianten der Realschulen blieben den Schulleitungen vorenthalten. Bild: mur

Größtmögliche Sensibilität, fordert Stadtplaner Friedrich Zeiß in den Diskussionen um die weitere Entwicklung der Innenstadt. Die Mehrheit der Stadträte im Sonderausschuss zeigt dann aber wenig Fingerspitzengefühl: Bei der Diskussion um die Zukunft der Realschulen bleiben die Schulleitungen strikt außen vor.

(wd) Gut 80 Minuten geduldeten sich die Direktoren Susanne Genser, Dr. Michael Meier sowie ihre Vertreter. Sie hörten sich im Neuen Rathaus das Arbeitsprogramm an, das sich die Stadträte im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung selbst auferlegen. Dann ging es für die Schulleitungen ans Eingemachte. Dipl.-Ing. Matthias Reichle von Rheform sollte seine jüngsten Zahlen präsentieren, in denen er die Kosten für eine Sanierung sowie Neubauten am alten Platz beziehungsweise auf dem Sportplatz verglich.

Und nun beginnen die Verwunderungen. Noch Ende Juli hatten die Stadträte öffentlich über längst bekannte, also alte Zahlen diskutiert und sich sogar mehrheitlich für die Generalsanierung ausgesprochen. Nun präsentierte Reichle die neuesten Zahlen über die Kosten der verschiedenen Varianten, abgeglichen mit den jeweils möglichen Förderungen. Doch seinen Vortrag konnten die Schulverantwortlichen ebenso wenig verfolgen wie die anschließende Diskussion: Der Antrag der Schulleitungen, bei diesem für sie so wichtigen Punkt anwesend bleiben zu dürfen, lehnte die Mehrheit der Stadträte - nach etwa zehnminütigen Beratung - ab. Den Schulleitungen blieb der Stuhl vor die Tür gesetzt.

Die Zahlen sollen nun von den Stadträten studiert werden. Auch die Stadt will sie in Kürze veröffentlichen. Den Vernehmen nach liegen die nun aktualisierten und überarbeiteten Zahlen der Rheform (ohne Zuschüsse, ohne Erlöse durch Baulandverkauf usw.) bei über 46 Millionen Euro für eine Generalsanierung (so müssten etwa für neue schulische Angebote auch Anbauten entstehen). Hier lag die Grobkostenschätzung bisher bis 47,9 Millionen Euro.

Ein - allerdings deutlich kleinerer - Neubau an alter Stelle wird auf 37 Millionen Euro taxiert. Hier waren bisher 43,9 Millionen Euro im Gespräch. Allerdings müssten für die Interimslösung der Schulbetrieb in Container ausgelagert werden. Die Kosten dafür sollen allein bei rund 8 Millionen Euro liegen. Bei einem Neubau auf dem bisherigen Sportplatz ist mit nun rund 32 Millionen Euro zu rechnen. Noch Ende Juli wurden dafür 39,6 Millionen Euro genannt. Hier gibt's die deutlichste Kostenverschiebung.

Bereits in der öffentlichen Sitzung ließ Stadtplaner Friedrich Zeiß aufhorchen, als er die Idee nannte, einen Neubau für die Gerhardinger Schule an die Realschulen "anzudocken". Für das Gebäude der bisherigen Gerhardinger Schule seien vielfältige, hochwertige Nutzungen vorstellbar.
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