Sonderausschuss Innenstadtentwicklung
Visionen, aber keine Luftschlösser

Als wichtige Entwicklungsflächen sieht die Stadtplanung die in Gelb gekennzeichneten Areale. Diese beschränken sich nicht auf die Innenstadt. So bindet etwa der Wittgarten-Durchstich die Gebiete bis hinaus zum Jugendzentrum eng ans Zentrum an. Auf den rot gekennzeichneten Arealen werden derzeit bereits wichtige Entwicklungsschritte getan. Entwurf: Stadtplanung Weiden

Die Stadträte müssen mitdenken im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung. "Es ist nichts vor und gar nichts zu Ende gedacht", betont Stadtplaner Friedrich Zeiß. Und der hätte gerne ein Integriertes Innenstadtkonzept, mehr außerhäusigen Sachverstand im Gremium. Doch sofort regt sich Widerstand. Das Gremium solle nicht aufgebläht werden.

Weiden. (wd) Klar ist immerhin allen, dass in der Stadt viele Flächen liegen, die noch auf ihre Entwicklung warten. Oft stehen aber auch schon Investoren bereit, die wissen wollen, was sie denn tun dürfen. Noch bleiben die Fragen offen. Zeiß nannte eine ganze Reihe von Entwicklungsflächen, die darauf hoffen, dass ihr Potenzial entdeckt und gefördert wird, etwa der Bereich zwischen Frauenrichter Straße/Bahnhofstraße und Bahnhof, das Quartier vom Sparkassenparkplatz, Stadtwerkeparkplatz über den Wittgarten bis hinaus zum Jugendzentrum, das leerstehende Josefshaus, oder die Flächen westlich der Ringstraße, beidseits der Sebastianstraße (hierfür gibt es eine uralte Umbau-Planung), entlang der Leibniz- und Weigelstraße, die Areale der Realschulen, des DJK-Sportplatzes und nicht zuletzt der Naabwiesen Parkplatz.

Zu wenig gute Nutzung


Mit Blick auf Leibniz-/Weigelstraße und Naabwiesen merkte Zeiß generell an: "Wir haben viele Parkplätze, aber wenig ansprechende Nutzungen." Nur in Rudimenten etwa sei die "Stadtplatz-Planung" für die Naabwiesen umgesetzt, nämlich nur mit dem Zentralen Omnibus-Bahnhof. Heute seien Fachleute der Überzeugung, dass der ZOB unmittelbar an die Schnittstelle zum Schienenverkehr gehöre, betont der Stadtplaner. An vielen Stellen sei die Gestaltung des öffentlichen Raumes "nicht optimal". Im Umfeld der Stadtgalerie sei die Führung des Verkehrs und der Fußgänger noch völlig ungeklärt.

"Realisiert werden Ideen nur, wenn sie sich wirtschaftlich zeigen", betonte Stefan Rank (Bürgerliste): "Es gibt nichts Schlimmeres als einen toten Plan zu haben. Aber eine Investition wird viele andere anstoßen." Und darauf bauen die Stadträte. Die Stadtgalerie werde einen Investitionsschub auslösen. Manche Bereiche benötigten "Anstöße von Außen", andere würden eine bemerkenswerte Eigendynamik entwickeln, so Zeiß.

Die Barrierefreiheit der Fußgängerzone sei Weiden auf einen guten Weg gewesen. Dann allerdings habe der Landtag mit seinen Entscheidungen Sand ins Getriebe gebracht, betonte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Er wollte damit deutlich machen, dass viele Entwicklungen von Vorgängen abhängig seien, die Weiden nicht beeinflussen könne.

Problem: Private Flächen


Wichtig sei, die Innenstadt als Ganzes zu sehen, mahnte CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. Obwohl in der Nähe des Rathauses ein Stadtplatz nötig sei, könne er sich eine intensivere Nutzung des Großparkplatzes vorstellen. Alois Schinabeck (SPD) machte die Stadträte darauf aufmerksam, dass sie in vielen Fällen nicht über öffentliche, sondern über private Flächen redeten. "Wir sind darauf angewiesen, dass die Privaten etwas machen." Er erinnerte auch, dass etwa die Augustiner-Kirche inzwischen ein Mauerblümchendasein führe. "Dazu gibt's noch ungelegte Eier", entgegnete Seggewiß.

Tatendurstig zeigten sich Hans Blum (CSU) und Reinhold Wildenauer (Bürgerliste), die sich auf die Arbeit im Sonderausschuss freuen. Dr. Matthias Holl (SPD) forderte Visionen, warnte aber vor Luftschlössern.
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