Sorgen um die Innenstadt
Lenkungsgruppe soll's richten

Die Teilaufhebung des Bebauungsplanes Naabwiesen öffnet die Tür für die Neunutzung der Flächen, die einst durch Enteignungsverfahren öffentlich gewidmet wurden. Die Verjährungsfristen sind inzwischen verstrichen. Das Areal des Parkdecks Naabwiesen (Mitte) ist in privater Hand. Bild: Ascherl

Für den Masterplan gab's kein Geld. Der Finanzausschuss sparte die bis zu 120 000 Euro für das Gutachten ein. Doch die Sorgen um die Innenstadt bleiben. Jetzt soll eine Lenkungsgruppe eine positive Entwicklung in der Innenstadt initiieren und steuern. Der Bauausschuss will dabei die zentrale Rolle spielen. Dessen Mitglieder drängen schon mal ins Gremium.

Nichtöffentlich, "im geschützten Raum", so Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm, sollte die Gründung der Lenkungsgruppe im Bauausschuss beschlossen werden. Das war der Plan der Bürgermeister und Fraktionschef in ihrer "Elefantenrunde". Auf Antrag von Alois Lukas (CSU) hievten die Stadträte das Thema am Donnerstag plötzlich in den öffentlichen Teil des Bauausschusses. Auch, um schon mal erste Kritik anzubringen: Mit nur jeweils einem Vertreter würden die unterschiedlich großen Fraktionen nicht proportional berücksichtigt. Hildegard Burger (SPD) fand die Idee, den gesamten Bauausschuss, der sowieso für alle planungsrechtlichen Beschlüsse zuständig sei, in die Lenkungsgruppe zu integrieren, durchaus sympathisch.

Kritik kam von Stefan Rank (Bürgerliste): In der Stadt gebe es genügend Lenkungsgruppen, von deren Arbeit aber kaum jemand etwas höre. Die Entwicklung der Innenstadt, so Rank, sei ein großes Anliegen im Bauausschuss. "Aber wir wollen nichts vorgekaut bekommen." Da die Innenstadt sehr wichtig sei, müsse der Bauausschuss eben zusätzliche Sitzungen einschieben.

Bohm versicherte, dass die Lenkungsgruppe nicht die Kompetenz oder Zuständigkeit des Bauausschuss beschneiden werde. "Wir wollen eine Workshop-Atmosphäre, in der man auch mal eine Idee ins Unreine sprechen kann." Die Verwaltung nehme gerne Aufträge entgegen.

Großkino in Naabwiesen?


Während nun die Fraktionen noch über die Besetzung der Lenkungsgruppe beraten werden, stellten die Stadträte im Bauausschuss erste wichtige Weichen für die Naabwiesen: Sie beschlossen die Teilaufhebung des uralten Bebauungsplanes und machten damit den Weg frei für die schnelle Umsetzung neuer Vorhaben. Dabei ist derzeit zwar nur der Neubau der SGW/WGS konkret, die zwischen Naabwiesen-Parkdeck, Stadtmühlbach und Leibnizstraße auf ihren eigenen Grund ein zentrales Bürogebäude errichten will. Doch hinter vorgehaltener Hand werden interessante Ideen heiß gehandelt.

So gelten die Naabwiesen als Standort für ein Großkino ebenso wie für größere Einzelhandels- und Wohnbauprojekte. Allerdings mit unterschiedlichen Voraussetzungen: So müssten etwa die Stellplätze des Naabwiesen-Parkplatzes verdoppelt und in einer zweigeschossigen Tiefgarage unter der Erde verschwinden, das Parkdeck Naabwiesen beseitigt oder aber auch der Zentrale Omnibusbahnhof verlegt werden.
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