SPD AG 60plus zu Besuch im Camp Pitman
Mit Händen und Füßen mit Flüchtlingen verständigen

Verständigungsprobleme gibt es zwischen den Mitgliedern der SPD AG 60plus und den Flüchtlingen im Camp Pitman kaum. Und wenn, dann ist das für beide Seiten ein guter Grund zum Schmunzeln. Bild: Schönberger

Kaffeekränzchen mit Asylbewerbern? Klingt zunächst etwas ungewöhnlich. Aber genau das macht die SPD AG 60plus möglich. Mit Kuchen, Kaffee und Tee im Gepäck treffen sich rund 20 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zur "Plauderstunde" mit Flüchtlingen im Camp Pitman.

"Der Bedarf, die Unterbringung der Asylbewerber sicherzustellen, ist enorm", erklärt Manfred Weiß, Koordinator Ehrenamt der Diakonie. "Es kommen jede Woche 30 neue Asylbewerber ins Camp Pitman. Derzeit haben wir 234 Bewohner - die Kapazität liegt bei über 330 Plätzen", schildert er. Und diese soll voll ausgelastet werden. Je zwei Flüchtlinge teilen sich 15 Quadratmeter, für jeden also 7,5. "Nicht gerade viel", sagt Weiß.

Auf Flüchtlinge zugehen


In der Erstaufnahme in der Mehrzweckhalle sei die Situation noch brenzliger. Die Kapazität von 200 Plätzen sei bereits mit 240 Asylbewerbern überschritten worden. "Sie müssen sich vorstellen, dass hier verschiedene Nationalitäten, Religionen und Altersgruppen auf engstem Raum zusammenleben", sagt Weiß. Und das bis zu sechs Monate.

"Wir müssen die Menschen verstehen und auf sie zugehen", betont er. Bereits ein freundliches "Hallo" wäre der erste Schritt. Diesen ersten Schritt machen auch die Mitglieder der SPD AG 60plus.

Beim Kaffeekränzchen kommen sie sehr leicht mit Flüchtlingen ins Gespräch und lernen deren Geschichten kennen. "Wir wollen herausfinden, wo genau die Probleme liegen und wie wir helfen können", sagt Vorsitzende Ursula Kinner. Probleme bei der Verständigung gibt es an dem Nachmittag selten. "Wenn wirklich, erklärt es sich immer noch gut mit Händen und Füßen. Das hat bisher immer geklappt", sagt Weiß schmunzelnd. Die deutsche Sprache zu beherrschen, sei aber Voraussetzung, um in Deutschland Arbeit zu finden und ein neues Leben zu beginnen. Neben den Sprachlehrgängen an der Volkshochschule bietet auch das Camp Kurse an. Das alles zeigt Erfolg. "Ich bin Mahmoud Suliman. Ich komme aus Syrien und bin 18 Jahre alt. Ich bin alleine nach Deutschland gekommen. Meine Familie ist noch in Syrien", erklärt ein junger Mann. Er wohnt seit fünf Monaten im Camp Pitman - und spricht bereits so gut Deutsch, dass er auf die Fachoberschule geht. Nächstes Jahr möchte er das Abitur machen.
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