Spezialisierte Ambulante Hospizversorgung ist genehmigt
Daheim sterben: Weg ist frei

Die neugewählte Vorstandschaft mit dem Beirat des Fördervereins für Schwerkranke unter Vorsitz von Waltraud Koller-Girke (Fünfte von rechts) freute sich über die geschaffte Realisierung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung für die Region. Bild: rdo

Seit Jahren war es ein Wunschtraum. Jetzt wird die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) Realität. Ab Herbst sollen auch in der Region unheilbar Kranke mit ausgeprägten Symptomen und geringer Lebenswerwartung bis zuletzt daheim betreut werden können.

Die frohe Kunde kam zum Schluss der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für Schwerkranke: Palliativfachärztin Dr. Margarete Pickert verkündete die Genehmigung des lange gehegten Wunsches nach einer Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Sie ermöglicht die Versorgung von Palliativpatienten auch Zuhause. "Es ist wunderbar und wir können jetzt voll einsteigen", freute sich Dr. Susanne Kreutzer, ärztliche Leiterin der Palliativstation in Neustadt. Sie dankte dem Förderverein, der die Finanzierung ermöglicht.

"Für mich ist damit heute ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen", sagte der langjährige Leiter des ambulanten Malteser-Hospizdienstes, Heribert Stock. Klinikvorstand Josef Götz freute sich, dass das Wesentliche geschafft sei und die SAPV im Oktober oder noch früher an den Start gehen kann. In Aufklärungsveranstaltungen werden nun Haus- und Fachärzte, Seniorenheime und Pflegorganisationen über die Modalitäten informiert.

Vorsitzende Waltraud Koller-Girke nannte einen jährlichen Betrag von über 100 000 Euro zur Finanzierung der Palliativfachkräfte. Besonders erwähnte sie 66 Zuwendungen nach Beerdigungen ("statt Blumen und Kränzen"), zahlreiche Spenden von Firmen und Vereinen, Geld von den Amtsgerichten, dem Nofi-Lauf und dem Pizzafest in Altendorf (beide je 2500 Euro). Zu den großzügigen Einzelspendern gehörte auch Bürgermeisterin a. D. Elisabeth Kraus mit 1220 Euro aus ihrem Geburtstag. Familie Schnur aus Waldsassen übergab 7 916 Euro aus dem Glühwein- und Plätzchenverkauf vom Weihnachtsmarkt, der 2015 letztmals stattfand. Die Familie hat den Verein damit in neun Jahren mit 70 000 Euro unterstützt.

Kassier Wolfgang Girke berichtete von Einnahmen von 166 198 Euro im Jahr 2015. Der Verein zählt 306 Mitglieder. Die notwendige Anschaffung eines Kuschelstuhls "Känguruhen" für Eltern von Frühchen wurde mit 3000 Euro unterstützt. Der "bunte Kreis" erhielt 1000 Euro für Heimbesuche von Schwestern bei Familien mit Frühchen. Dank galt den ausgeschiedenen Beiräten Josef Gebhardt, der sich stark bei der Weidener Tafel engagiert, und Dr. Stephanie Kuchlbauer. Als nächstes Nahziel möchte sich der Förderverein der Verwirklichung des Hospizes St. Felix in Neustadt widmen, wie Bernhard Steghöfer ankündigte. Infos und Spendenkonto unter www.schwerkrankenfoerderverein.de.

Die Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis: Vorsitzende Waltraud Koller-Girke, Stellvertreter Bernhard Steghöfer, 2. Stellvertreter Dr. Ehrenfried Lachmann, Schriftführer Hans Kaltenecker, der in einem Jahr an Robert Weiß übergeben will, Rechnungsprüfer Dr. Manfred Hausel; Beiräte Dr. Nikolaus Globisch, Dr. Helmut Hofmeister, Falk Knies, die Landräte Wolfgang Lippert und Andreas Meier, OB Kurt Seggewiß, Dr. Bernhard Person, Dr. Wolfgang Rechl, Heribert Stock, Robert Weiß, neu: Angelika Meindl, Birgit Tafelmeier, Sabine Zeidler, Dr. Gabriele Hagemann.

Thema bei Gesundheitstag


Überaus erfolgreich verlief die 8. Gesundheitsveranstaltung zum Thema Übergewicht. 2017 wird in der 9. Auflage die Palliativversorgung im Mittelpunkt stehen.

Für mich geht mit der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung ein Lebenstraum in Erfüllung.Heribert Stock, langjähriger Leiter des ambulanten Malteser-Hospizdienstes
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