Sprachförderung im Kindergarten St. Josef für weitere vier Jahre gesichert
Starthilfe für's Leben

Sichtbar Spaß machte Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht der Besuch im Kindergarten St. Josef in Weiden. Vorher hatte er die Plakette "Sprach-Kita" am Eingang enthüllt. Mit ihm freuten sich Kindergartenleiterin Monika Hauffe (stehend, rechts) und Sprachfachkraft Ramona Aßfalg (links, mit Kind auf dem Arm). Bild: Bühner

Sprache erschließt die Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Je früher die Sprachförderung bei Kindern beginnt, desto besser, sagen Erziehungswissenschaftler. Ein Bundesprogramm hilft im Kindergarten St. Josef.

In der Einrichtung ist die zusätzliche Sprachförderung bereits für weitere vier Jahre gesichert. "Wir freuen uns, dass wir weiterhin Fördermittel aus dem Bundesprogramm Sprach-Kitas erhalten werden", sagte Kindergartenleiterin Monika Hauffe beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht. Weil der Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien und aus sozial schwächeren Familien deutlich über 50 Prozent liege, sei in der Einrichtung die Sprachförderung besonders wichtig.

Zusätzliche Fachkraft


Sprachdefizite entstünden, weil in vielen Familien im Einzugsbereich die deutsche Sprache nicht ausreichend vermittelt werden könne. Mit den Fördermitteln aus dem Programm des Bundesfamilienministeriums werde eine zusätzliche Fachkraft für Sprache beschäftigt. Ramona Aßfalg erledigt diese Aufgabe bereits seit September 2014.

Zusammen mit Monika Hauffe erläuterte Ramona Aßfalg ihr Betreuungskonzept. Sprachförderung sei ein wichtiger Schritt für Chancengleichheit. "Wir halten nichts davon, die Kinder aus der Gruppe zu nehmen, sondern wollen einen Inklusionsansatz umsetzen", erklären die beiden Frauen. Diese zusätzliche Sprachbetreuung werde innerhalb der laufenden Gruppenarbeit geleistet. Bewusst wollen sie damit einen anderen Weg gehen als im Falle des vom bayerischen Kultusministerium geförderten "Vorkurs Deutsch".

Zusätzlich werde stets enger Kontakt mit den Familien gepflegt, denn dort entstünden ja meistens die Sprachdefizite. Dazu dienen zum Beispiel Entwicklungsgespräche mit den Eltern oder Elternnachmittage. Albert Rupprecht zeigte sich überzeugt, dass der frühe Ansatz bei einer besonderen Sprachförderung der richtige Weg sei. Das Konzept sei vor allem im Stadtgebiet Weiden mit seinem mehr als 20-prozentigen Anteil von Kindern aus Hartz-IV-Familien von besonderer Bedeutung. Auch Kinder aus Flüchtlingsfamilien könnten davon profitieren. Bevor Rupprecht mit dem Lied "Bruder Jakob" von den Kindern verabschiedet wurde, enthüllte er die am Eingang zum Kindergarten jetzt angebrachte Plakette mit der Aufschrift: "Diese Einrichtung beteiligt sich am Bundesprogramm Sprach-Kitas".

Bewilligt wurden pro Jahr circa 20 000 Euro zur Beschäftigung einer zusätzlichen Fachkraft in Teilzeit sowie für Fortbildung und Ausrüstung mit pädagogischem Material. Zusammen mit dem Kindergarten Kreuz Christi in Weiden gehört der Kindergarten St. Josef zu den 9 "Sprach-Kitas" im gesamten Wahlkreis des Abgeordneten. Bundesweit kommen 100 Millionen Euro für 4000 Fachkräfte zum Einsatz.
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