Stadt verweigert zunächst Annahme von 20 Kartons der OTH-Sammler
Kleider-Spender vor verschlossener Tür

Nur durch die Kleiderspenden gelang es bisher, die Flüchtlinge ausreichend zu versorgen. Das wissen auch die Studenten, Mitarbeiter und Professoren der Ostbayerischen Technischen Hochschule. Sie packen mit an, vor allem aber ein. Über zwei Wochen hinweg sammeln sie hochwertige Kleidung, karren 20 große Kartons zur Mehrzweckhalle nach Weiden, um dann am Montag erst mal darum kämpfen zu müssen, dass ihre Spende auch in die Kleiderkammer geschafft werden darf.

Die stellvertretende Leiterin der Rechtsamtes verweigert den Studenten Christian Gnerlich und Marc Reichert sowie dem Lehrbeauftragten Alexander Herzner vom Institut für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft, die Annahme der Spende, denn diese ist nicht bei ihr angemeldet. Deshalb soll die Ware zur BRK-Kleiderkammer gebracht werden. Nahezu fassungslos zeigen sich die OTH-Vertreter von dieser "Anordnung". Zuvor hat Alexander Herzner, der das Projekt koordiniert, noch betont, er sei stolz, dass die weltoffene, aufgeschlossene Hochschule ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft setzen könne. Er kündigt an, dass weitere Aktionen folgen sollen. Die Koordinationstreffen hätten gezeigt, dass sich die Hochschulfamilie und viele Studierende engagieren wollten.

Kleidung nötig


Jutta Eger, Koordinatorin der Kleiderkammer des Netzwerkes Asyl, weist die Juristin zunächst vergeblich darauf hin, dass das BRK derzeit keine weiteren großen Kleiderspenden annehme. Bisher seien Großspenden teilweise direkt in die Kleiderkammer in der Mehrzweckhalle einsortiert worden. Dort werde die Bekleidung für die Neuankömmlinge auch dringend gebraucht.

Erst nach einer halben Stunde telefonischer Verhandlungen dürfen die Spender ihre Fahrzeuge entladen. Auch Manfred Weiß, der Koordinator der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer, greift zum Hörer. Er fragt zum Beispiel die städtische Juristin, ob er die Spenden des Augustinus- und Kepler-Gymnasiums sowie der Schulen und Kindergärten abweisen solle, die sich gerade in der Adventszeit als Kleidersammler engagiert haben.

Das Netzwerk Asyl unterhält inzwischen Lager (Bekleidung, Schuhe, Möbel, Haushaltsgegenstände und "weiße Ware" wie zum Beispiel Waschmaschinen) in Pirk, am Hammerweg sowie in der Christian-Seltmann-Straße. "Gebunkert" ist jedoch nicht immer das, was am dringendsten gebraucht wird. Benötigt werden derzeit Männerschuhe (bis Größe 44) sowie warme Bekleidung, vor allem kleine Größen, schmale Hosen und kleine Jacken.

Perfekt vorsortiert


Die Spende der OTH sei perfekt vorsortiert, die über 20 Karton mustergültig beschriftet gewesen, lobt Manfred Weiß. Die Kleiderkammer verfüge nun vor allem auch über "jugendliche" Kleidung. Nur eine kleine Auswahl der Spende eines Weidener Gymnasiums kann er am Montagnachmittag annehmen. Der Rest bleibt in der Schule.

Künftig solle ein engerer Kontakt mit der Stadt "Missverständnisse vermeiden helfen", betont Weiß. Spenden würden der Stadt angekündigt. So wird für heute eine Großspende von ATU erwartet, zu der sich auch OB Kurt Seggewiß in der Mehrzweckhalle angesagt hat.
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