Stadt will für Großtagespflege in Vorleistung gehen
Wohnung für Kleinkinder gesucht

Glücklich, wer einen Krippenplatz hat. So wie diese Buben und Mädchen, die in der Kindertagesstätte in Neunkirchen liebevoll betreut werden. Hier von Lydia Hofmann und Elke Forster (von links). Bild: Götz

Auch die zweite Grundstücksverhandlung der Johanniter für den Bau einer dreigruppigen Kinderkrippe ist geplatzt. Die Zeit drängt. Das städtische Jugendamt sucht deshalb nach passenden Räumlichkeiten für eine Großtagespflege. "Die bräuchten wir am besten sofort", macht Bärbel Otto die Dringlichkeit klar.

Die Johanniter halten zwar an ihren Plänen fest, in der Max-Reger-Stadt noch eine dreigruppige Krippe zu errichten, betont die Leiterin des städtischen Jugendamts. Doch bis die Einrichtung steht, wird noch viel Zeit vergehen. Mit einer Großtagespflege will das Jugendamt zumindest einen Teil des fehlenden Angebots ausgleichen, das Eltern von Kleinkindern im Herbst droht.

16 Plätze zeitversetzt


Die Ausgangslage: 56 Kinder stehen für September auf der Warteliste für einen Krippenplatz. Das AWO-Spatzennest und die private Kindertagesstätte Schneckenhaus haben Unterstützung zugesagt. Sie wandeln eine Kindergarten- in eine Krippengruppe um bzw. stocken ihr Angebot um eine Gruppe auf (der NT berichtete). Doch wann der Neubau der Johanniter realisiert werden kann, steht noch in den Sternen. Eine Großtagespflege würde zumindest etwas Abhilfe schaffen. Zwei Tagesmütter könnten hier zeitgleich bis zu 8 Kinder betreuen und insgesamt bis zu 16 Pflegeverhältnisse eingehen.

"Wir haben immer wieder Frauen, die die Tagespflegeausbildung abgeschlossen haben und das gerne machen würden. Doch oft scheitert es an den fehlenden Räumlichkeiten", so die Erfahrung von Bärbel Otto. Deshalb will das Jugendamt in Vorleistung gehen. Gesucht wird eine 2- bis 3-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad. "Vorzugsweise im Erdgeschoss mit Garten oder mit einem Spielplatz in der Nähe." Etwa 70 bis 90 Quadratmeter Wohnraum sollten vorhanden sein und - wie Bärbel Otto betont - zwei Toiletten.

Aktuell werden in Weiden 20 Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren in Tagespflege betreut. Die geplante Großtagespflege soll allerdings - wegen der drohenden Unterversorgung im Herbst - speziell für unter 3-Jährige eingerichtet werden. Die Eltern der Kleinen haben bekanntlich einen gesetzlichen Anspruch auf den Krippenplatz. Eine Großtagespflege hat aber auch Vorteile, hebt Otto hervor: "Die Einrichtung kann die Betreuungszeiten viel flexibler handhaben als eine Kita und auch die Randzeiten besser abdecken, wenn die Eltern zum Beispiel Schicht arbeiten." Um den Tagesmüttern so weit wie möglich unter die Arme zu greifen, will die Stadt sogar die Einrichtung der Räumlichkeiten übernehmen. Auch das erfordert natürlich Zeit.

Wer eine passende Wohnung zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich bei Beate Hoge zu melden. Die Fachkraft für Kindertagesbetreuung ist unter Telefon 0961/81 51 24 (vormittags) erreichbar.
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