Statistisches Jahrbuch 2015
Weiden festigt Status als größte Stadt der nördlichen Oberpfalz

Bild: Petra Hartl
Die Einwohnerzahl Bayerns wächst weiter. Nach den Daten aus dem Statistischen Jahrbuch 2015, das Innenminister Joachim Herrmann am Dienstag in München vorstellte, lebten zum Stichtag 31.12.2014 knapp 12,7 Millionen Menschen im Freistaat. Das waren 87.300 mehr als im Jahr davor. Im ersten Quartal 2015 - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - kamen rund 16.000 weitere Personen hinzu. Wie sich der aktuelle Zustrom an Flüchtlingen auf die bayerische Bevölkerungszahl auswirkt, haben die Landesstatistiker noch nicht erfasst. Die meisten Flüchtlinge würden zwar über die bayerischen Grenzen einreisen, der Großteil aber bleibe nicht im Freistaat, erklärte Herrmann. Genaue Zahlen darüber lägen derzeit noch nicht vor.

Die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Marion Frisch, wollte noch keine Prognosen darüber abgeben, wie sich der Zustrom an Flüchtlingen langfristig auf die Bevölkerungszahl und die Alterstruktur in Bayern auswirken könnte. Die große Flüchtlingszahl sei ein "außergewöhnliches Ereignis". Völlig offen sei derzeit, wie viele Flüchtlinge wie lange bleibeberechtigt seien, wie sich der Familiennachzug bleibeberechtigter Flüchtlinge darstellen und wie hoch die Zahl der Rückkehrer nach einem Ende der Kriegshandlungen im Nahen Osten sein werde. Nach Angaben Herrmanns kehrten nach dem Jugoslawienkrieg in den 1990-er Jahren rund zwei Drittel der von dort nach Bayern Geflüchteten wieder in ihre Heimat zurück. Ob dieser Erfahrungswert auch für Syrien oder Afghanistan Gültigkeit habe, könne heute noch niemand sagen.

Der Bevölkerungszuwachs im Jahr 2014 verteilte sich nicht gleichmäßig über den Freistaat. Mit über 50.000 Personen verzeichnete Oberbayern das größte Plus, in Oberfranken gab es dagegen einen leichten Einwohnerrückgang um 410 Personen. In der Oberpfalz betrug der Zuwachs 4770 auf 1.082.761 Einwohner. Auch hier gab es aber deutliche regionale Unterschiede. Im Süden des Bezirks wuchs die Bevölkerungszahl um knapp 5000, in der Planungsregion Oberpfalz-Nord blieb sie mit gut 498.000 nahezu konstant. Allerdings kompensierte dabei der Zuwachs von 600 Personen im Landkreis Schwandorf, die Rückgänge in den übrigen Regionen. Mit einem leichten Einwohnerplus auf 41.817 festigte Weiden seinen Status als größte Stadt der nördlichen Oberpfalz vor Amberg (41.535).

Die höhere Einwohnerzahl in der Oberpfalz resultierte fast ausschließlich aus dem Zuzug von außen. Der Wanderungsgewinn aus Zu- und Wegzügen belief sich auf 6760 Personen, wobei alle Landkreise einen positiven Wanderungssaldo aufwiesen. Ohne den Gewinn aus den Zuzügen hätte die Oberpfalz 2202 Einwohner verloren. In dieser Höhe gab es nämlich mehr Todesfälle als Geburten. Mit Ausnahme von Stadt und Landkreis Regensburg gab es in allen anderen Regionen der Oberpfalz einen Sterbeüberschuss. Entsprechend dem gesamtbayerischen Trend stieg dennoch auch in der Oberpfalz die Zahl der Neugeborenen, und zwar von 8647 auf 9076. Der Sterbeüberschuss verringerte sich dadurch erstmals seit Jahren wieder. Bayernweit gab es nur in Oberbayern einen leichten Geburtenüberschuss. Insgesamt stieg die Zahl der Geburten in Bayern um vier Prozent auf fast 114.000 und damit auf den höchsten Wert seit 2001. 2014 meldeten die Standesämter der Oberpfalz 5397 Trauungen (+149) sowie 1974 Scheidungen (-320).

Ebenfalls im bayernweiten Trend legte die Zahl der Beschäftigten in der Oberpfalz deutlich zu. Sie stieg um fast 13.000 auf 597.300. Von dem Zuwachs profitierten alle Regionen des Bezirks. Auch auf den Straßen der Oberpfalz ist immer mehr los. So erhöhte sich die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge um fast 13.000 auf 872.000, davon allein knapp 660.000 Pkw. Im Gesundheitswesen blieb es bei 26 Krankenhäusern in der Oberpfalz, die Zahl der vorgehaltenen Betten sank allerdings um 90 auf 6757.
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Volker Gebhard aus Amberg in der Oberpfalz | 29.12.2015 | 17:27  
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