Stefan K. erhält Zustellung daes Paket in letzter Minute
Geschenk auf Umwegen

Ende gut, alles gut? Nicht für Stefan K. Der Weidener hat das Geschenkpaket für seinen Sohn zwar noch rechtzeitig erhalten. Doch dafür musste er einige Kopfstände machen. "Es war das reinste Fiasko." Die Post sucht nach Erklärungen.

Die Ausgangslage: Am 18. August hatte Stefan K.'s Sohn Geburtstag. Am 16. August bestellte der Vater für ihn ein Geschenk. Weil er nicht zu Hause sein würde, um das Paket in Empfang zu nehmen, suchte er im Internet den nächstgelegenen Paketshop und gab diesen als Zieladresse an. In seinem Fall war das der DHL-Paketshop an der Neustädter Straße 51, laut Webseite der Deutschen Post die Postfiliale 408.

Exakt am Geburtstag seines Sohnes erhielt der 54-Jährige per App die Mitteilung, die Sendung werde wegen Unzustellbarkeit ("entspricht nicht den Versandbedingungen") automatisch zurückgeleitet. Bei Stefan K. schrillten die Alarmglocken. Er telefonierte mit einem Bekannten bei der DHL in Weiden und erklärte ihm eindringlich: "Die Zustellung muss noch heute erfolgen. Es handelt sich um ein Geburtstagsgeschenk."

"Alles richtig gemacht"


Überrascht erfuhr er von dem DHL-Mitarbeiter, dass es eine Postfiliale 408 in Weiden nicht gebe. Stefan K.'s Angaben seien somit falsch, deshalb sollte die Rücksendung erfolgen. "Er sagte, die Zustellung wäre sonst nur bei mir Zuhause möglich oder an einen Nachbarn." Da war guter Rat teuer. Stefan K. recherchierte noch einmal im Internet: Auf der Webseite der Deutschen Post, die Filialen und DHL-Paketshops auflistet, war der Shop in der Neustädter Straße als Postfiliale 408 aufgeführt. "Also habe ich alles richtig gemacht. Der Fehler liegt an der falschen Angabe im Internet", folgerte der 54-Jährige.

Er setzte Himmel und Hölle in Bewegung. Schließlich fand sich ein netter Nachbar, der das Paket doch noch rechtzeitig in Empfang nahm. Ausgestanden war der Fall für Stefan K. damit noch nicht. Zufällig entdeckte er auf der Webseite eine zweite Postfiliale 408 in Golderstedt. Bis 7. September sausten die E-Mails zwischen Stefan K. und der DHL hin und her. Zum einen wollte er sie auf den vermeintlichen Fehler mit der zweiten Filiale 408 hinweisen und eine Änderung bewirken. Zum anderen wollte er gerne seine Mehrkosten - für Telefonate, Fahrten und Terminabsagen - ersetzt haben. Die DHL jedoch bat nur immer wieder um Erläuterung der Sachlage und die Sendungsnummer. Heraus kam nichts.

Mit seinem Ärger wandte sich der 54-Jährige schließlich an den Neuen Tag. Der erfuhr nun von Postpressesprecher Erwin Nier, dass es tatsächlich nicht nur eine, sondern mehrere Paketshops bundesweit gibt, die als Postfiliale 408 firmieren. Entscheidend sei die richtige Kombination von Name und Postnummer des Kunden, Nummer und Ort der Postfiliale. "Dann dürfte eigentlich nichts schief gehen." Dass es bei Stefan K.'s Paket trotzdem schiefgegangen sei, liege an einem Fehler im Datensatz, wie die Nachforschungen ergeben hätten.

Nier: "Als der Zusteller die Sendung eingescannt hat, um sie zum Paketshop zu bringen, tauchte die Fehlermeldung auf." Eventuell habe der Besteller eine falsche Postleitzahl eingegeben. Da das Paket über einen Großeinlieferer zur Post gekommen sei, könnte aber auch bei dessen Online-Übermittlung der Daten etwas schief gelaufen sein. "Das lässt sich jetzt leider nicht mehr feststellen."

"Letztlich Glück gehabt"


Nier erklärt außerdem: "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, aber wir konnten aufgrund des angezeigten Fehlers nicht anders handeln." Normalerweise hätte das Paket sogar zurückgesandt werden müssen. Stefan K. habe letztlich Glück gehabt, dass sein Bekannter bei der DHL das Geschenk noch auf die Heimatadresse umleiten konnte.
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