Störungen bei Telekom
Hack-Angriff verursacht Störungen bei Telekom

Wenn Internet, Fernsehen und Telefon ausfallen, verzweifeln viele vor dem Bildschirm. So auch Telekom-Kunden, die wegen technischen Störungen am Wochenende ohne Netzanschluss auskommen mussten. Bild: Schönberger

Es musste mal ohne Facebook und Fernsehen gehen. Fast eine Millionen Anschlüsse der Telekom waren gestört. Hacker hatten gezielt Ports von Routern ins Visier genommen. Auch Nutzer in der Region waren davon betroffen.

Weiden/Amberg. Die Telekom sucht seit Sonntag nach der Ursache der Störungen. Frühzeitig war auch von Seiten der Telekom ein möglicher Angriff von außen ins Gespräch gebracht worden. Die Störungen seien Folge einer weltweiten Attacke auf ausgewählte Fernverwaltungs-Ports von DSL-Routern gewesen, teilte dann das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am Montagnachmittag mit. Ziel sei gewesen, "die angegriffenen Geräte mit Schadsoftware zu infizieren". Der Angriff erfolgte laut dem Internet-Storm-Center der Telekom auf den Port 7547 der Router. Präzise Angaben, wie viele Kunden in der Region betroffen waren, gab es nicht. Denn Probleme gab es im Wesentlichen nur mit dem Telekom-Router "Speedport".

Die Telekom riet, das Gerät auszustecken und damit neu zu starten. Das tat auch Andreas Meier, Landrat von Neustadt/WN. Er hatte ebenfalls kurzzeitig auf den Anschluss verzichten müssen. "Mein privates Telefon und Internet haben nicht funktioniert"." Es sei zwar ärgerlich, aber nicht schlimm gewesen. "Ich habe einfach den Stecker gezogen, danach ging es wieder."

Update eingespielt


Ein Sprecher der Telekom sagte auf Nachfrage der Redaktion, nach dem Neustart sollte sich das Gerät wieder ohne Probleme ins Netz einwählen. Die Telekom speiste am Montag außerdem Software-Updates ein, um die Ausfälle unter Kontrolle zu bekommen. Kunden, die trotz Mobilfunkvertrag auf das Internet verzichten mussten, können sich einen kostenlosen Tagespass freischalten lassen, um über das mobile Netz online zu gehen. Wer keinen Mobilfunkvertrag bei der Telekom habe, könne Hilfe im nächsten Telekom-Shop bekommen.

Johann Schmalzl von der IHK Amberg ist privat auch Telekom-Kunde. Von Störungen, über die viele andere klagten, hat er nichts bemerkt. "Ich habe am Sonntag sogar E-Mails verschickt, was problemlos funktioniert hat." Er schätzt, dass das an seinem ländlichen Wohnort in Iber liege. Auch von Firmen, die sich über Netzprobleme beschwerten, habe er nichts mitbekommen. "Zumindest hat bei mir niemand angerufen."

So reibungslos ist es nicht für jeden verlaufen. Mehr als 300 Nutzer haben sich auf der Facebook-Seite von Onetz zu den Ausfällen geäußert. Darunter waren zahlreiche verärgerte Kommentare. Darunter auch der Vorwurf der Heimlichtuerei: "Das Problem besteht ja schon seit 16 Uhr. Bis vorhin wollte die Telekom aber nicht damit rausrücken. Hatte als Antwort bekommen, dass es keine Störungen gibt. Die letzten Stunden am Router rumbasteln hätt ich mir also sparen können", schrieb ein User am Sonntagabend.

Sicherheitsfragen


Ein großes Rätsel dürfte für die Analytiker bei der Aufarbeitung des Vorfalls das uneinheitliche Fehlerbild gewesen sein, schätzt Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur des Fachmagazins "c 't". Von der Telekom hieß es, mit näheren Details sei erst die nächsten Tage zu rechnen, berichtet die dpa. Unterdessen wird die wachsende Anfälligkeit wichtiger Infrastrukturen durch den Ausfall mehr als deutlich. Die Bundesregierung verwies auf die Bedeutung der Cybersicherheit. Der nötige Schutz von Datennetzen sei eine Aufgabe, die Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sehr ernst nehmen müssten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
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