Stomnetz Weiden holt Freileitungen ein
Erdverkabelung für 16 Anwesen in Trauschendorf beginnt

Der neue Transformator versteckt sich hinter dem Buswartehäuschen. Katja Lindner, Johannes Riedl (Mitte) und Maximilian Nößner erläuterten zum Baubeginn das Projekt Erdverkabelung Trauschendorf. Bild: Gerhard Götz

Vorbei die Zeit der schiefen Holzmasten und durchhängenden Freileitungen. Auch der wuchtige Transformator-Turm vor dem Ort verschwindet. Trauschendorf wird in den nächsten Wochen ganz modern. Kosten: 190 000 Euro.

Dort legt die zum Jahresbeginn gegründete Stromnetz Weiden GmbH nicht nur die Stromkabel in die felsige Erde, sondern auch die Leerrohre für Breitband-Glasfaser-Kabel. Die Besitzer der 16 Anwesen machen beim Strom mit. Sie haben sich bereit erklärt, sobald es möglich ist, ihre Energieversorgung "umzubinden", freuen sich Katja Lindner, die Leiterin Neubau der Bayernwerke in Weiden, ihr Projektbetreuer Maximilian Nößner, Stadtwerke-Vorstand und Stromnetz-Geschäftsführer Johann Riedl und nicht zuletzt Günther Grabs aus Trauschendorf. Wie viele Anlieger dann an das Glasfaserkabel anschließen, ist noch offen.

"A g'scheiter Bagger"


Am Freitag richtete die Firma Hartung die Baustelle ein. Sie braucht einiges an Spezialgerät, um in den felsigen Untergrund eintauchen zu können. "Wir sind gespannt, was uns da erwartet", meint Nößner. Rund 700 Meter Niederspannungsleitung kommen in die Erde. Sie reichen von der Ortsmitte bis zu den Grundstücken. Von dieser Hauptleitung geht's dann in die Häuser. "A g'scheiter Bagger zieht das ohne weiteres durch", zeigte sich Grabs überzeugt. Der neue Trafostation, über die die gesamte Ortschaft im Weidener Osten versorgt wird, schmiegt sich, nahezu unsichtbar und nicht einmal mehr mannshoch, an die Böschung neben dem Bushäuschen. "Da stand vorher unsere Viehwaage", erinnert sich Grabs, der für das Gespräch mit der Stromnetz das Naturfreundehaus öffnete.

Der neue Trafo ist noch ohne Funktion und muss erst über eine 670 Meter lange 20-kV-Leitung an das regionale Stromnetz angebunden werden. Um die Betriebssicherheit und Stromversorgung der Häuser auch bei Störungen sicherzustellen, erhält der Trafo zwei Zuleitungen, erklärt Lindner.

Sind im nächsten Jahr alle Gebäude von den Freileitungen an die Erdkabel umgestellt, was die Hausbesitzer selbst erledigen müssen, wird der alte Trafo-Turm vor der Ortschaft abgebrochen, auch die Holz-Strommasten wird die Stromnetz Weiden abbauen. "Wir bringen das Ortsnetz unter die Erde. Die Freileitungen verschwinden und die Bäumen können wieder ungehindert wachsen", freut sich Katja Lindner.

Da sich niemand finden wollte, der die Kosten für die Breitbandverkabelung des Ortes übernimmt, springt auch hier Stromnetz Weiden ein. "Wir haben ja jetzt schon mal den Erdgraben offen. Das ist eine gute Gelegenheit, um später nicht wieder aufreißen zu müssen", betont Stadtwerkeleiter Johannes Riedl, der für die Leerrohre etwa 30 000 Euro investiert. "Ein schneller Internet-Anschluss kann nicht schaden und ermöglicht später auch den Einbau von intelligenten Stromzählern."

In ihrem ersten Jahr investiert die Stromnetz Weiden über 600 000 Euro. Die Verlegung der Starkstromkabel über den Adolf-Kolping-Platz sei problemlos gelaufen, betont Lindner. Odenthal sowie einige Anwesen in Rothenstadt warten jetzt noch auf die Erdverkabelung.
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