Streusalz und Heizmittel werden in den Baumärkten knapp
Eis mit Salz

Bei frostig kaltem Wetter befreien Winterdienste mit Hilfe ihrer Fahrzeuge, die Straßen von Schnee und Eis. Eine Mischung aus Wasser und Salz wird über den Streuteller auf den Wegen verteilt. Bald kommt in der Stadt auch Sole, eine flüssige Salzlauge, zum Einsatz. Bild: Schönberger

Bei extremen Winterwetter ist Einsatz gefragt. Die tiefen Temperaturen fordern ihren Tribut. Autos bleiben liegen, die Straßen müssen von Schnee und Eis befreit werden. Davon profitieren die Baumärkte. Streusalz, Schneeschieber, und Heizmittel sind aktuelle Verkaufsschlager.

Im Gegensatz zu den vergangenen beiden Wintern heißt es dieses Mal Volleinsatz für Bürger, Winterdienste und Stadt. Rund ein Drittel der eingelagerten Menge an Salz hat der Bauhof bereits verbraten. Seit 25 Jahren verwendet dieser ein Gemisch aus Wasser und festem Streusalz. An den Dienstfahrzeugen wird beides in zwei Tanks gefüllt. Über den Streuteller wird es zu Feuchtsalz vermischt und auf die Straße verteilt. "Dadurch verweht das Salz nicht so leicht und wirkt bei tiefen Temperaturen", erklärt Manfred Meßner, Bauhofleiter.

Für die kommenden Winter hat die Stadt vor, eine flüssige Salzlauge, auch Sole genannt, einzusetzen. "Geplant war das zwar schon dieses Jahr, aber dafür waren die Temperaturen bisher zu kalt. "Es wirkt lediglich bei bis zu minus fünf Grad", weiß Marc Badhorn, Sachgebietsleiter Winterdienst. Am 23. Dezember gab es bereits einen Testlauf in der Altstadt, bei Blitzeis. "Das hat das schon sehr gut funktioniert", sagt Badhorn. Bevor die Sole ganz zum Einsatz kommt, will der Bauhof noch weitere Testversuche abwarten.

Private Winterdienste sind auch fleißig und befreien die Straßen für die Autofahrer. Die Mannschaft von Stephan Hennig etwa ist in der ganzen Stadt unterwegs und zur Zeit im Dauereinsatz. In der vergangenen Saison war sein Dienst rund 30 Mal im Dienst, heuer waren es schon etwa 15 Mal. "Es ist keine Seltenheit, dass bei so extremen Wetter auch mal eine Maschine ausfällt. Wir haben immer zwei Fahrzeuge in Reserve." Er unterstützt mit seinen vier Wagen die Stadt, Privatpersonen und auch Firmen, welche die Massen nicht allein bewältigen können. Problematisch jedoch ist, dass diese Arbeit nicht beliebt ist. "Es ist schwierig, Mitarbeiter zu finden.", bedauert der private Winterdienstler.

In den Baumärkten ist Streusalz aktuell der Verkaufsschlager. "Wir sind fast ausverkauft. Aber es kommt schon Nachschub", betont Peter Zirnbibel, Leiter der Gartenabteilung von Knorr. "Wegen der kalten Temperaturen gibt es eine starke Nachfrage nach Heizmitteln wie Kohle, Briketts oder Holzscheite", weiß Josef Lukas, Marktleiter des BayWa Bau- und Gartenmarktes. "Diese werden teurer, weil Rohstoffe zu neige gehen", so Zirnbibel.

Das kalte Wetter geht auch zu Lasten von Dieselfahrzeugen und Autobatterien. "Das sind die beiden Hauptausfallgründe", hebt Kfz-Meister Erik Peipp hervor. Bei minus 20 bis 25 Grad, geben schwache Batterien schnell den Geist auf. Dieselautos, die nicht regelmäßig gewartet werden, neigen dazu, stehen zu bleiben. "Wenn Dieselfilter nicht getauscht werden, sammelt sich darin Wasser, das gefriert bzw. versulzt", erklärt Peipp. Um die Liegengebliebenen kümmert sich unter anderem der Abschleppdienst Ach. Diesen Winter hat er mehr als 100 Fahrzeuge holen oder überbrücken müssen. "Täglich sind etwa neun Fahrer unterwegs", sagt Geschäftsführer Tobias Ach.

Splitt statt Salz auf den GehwegenDer kommunalen Verordnung zur Folge haben die Bürger der Stadt Weiden bei vereisten Gehwegen die Pflicht, Splitt anstelle von Streusalz zu verwenden. Marc Badhorn vom städtischen Winterdienst weißt auf die Vorteile des Streumaterials hin:

Splitt ist umweltfreundlich für Pflanzen, Tiere und Straßenbeläge. Er lässt sich wiederverwenden.

Es verursacht keinen Schlamm auf den Gehwegen.

Zusätzlich bemerkt privater Winterdienstler Stephan Hennig, dass Splitt nicht mit Schnee von den Gehwegen gekehrt werden sollte. So verliert es seine Wirkung. Seine Empfehlung: Bei einstelligen Minustemperaturen lässt sich Splitt in der Größe von 3 bis 8 Millimetern verwenden.

Bei zweistelligen Minusgraden sollte der Splitt einen Durchmesser von 8 bis 12 Millimeter haben.
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