Sturzflut kracht ins Möbelhaus
Bei Möbel Uschold stürzt das Dach ein

Luftiger Einsatz bei strömendem Regen: Bei Möbel Uschold in der Dr.-von-Fromm-Straße war am Samstagabend das Dach eingestürzt. Grund war vermutlich ein verstopftes Fallrohr: Unmengen von Regen- und Schmelzwasser konnten nicht abfließen. Bilder: R. Kreuzer (2)
Vermischtes
Weiden in der Oberpfalz
21.02.2016
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Die letzten Kunden verließen das Geschäft um 16 Uhr. Wenige Stunden später stürzte das Dach ein. Der Schaden im Möbelabholmarkt Uschold im Industriegebiet Brandweiher ist enorm. Laut Polizei beträgt er mehrere 100 000 Euro.

Für den Möbelmarkt in der Dr.-von-Fromm-Straße war es bis dahin ein ganz normaler Samstag gewesen. Zwischen 9.30 und 16 Uhr sahen sich viele Kunden im Ausstellungs- und Verkaufsraum im ersten Stock um, ließen sich beraten, kauften ein, orderten günstige Garnituren und Einzelstücke. Die Besucher und die Angestellten entgingen einer Katastrophe: Gegen 20.30 Uhr krachte ein Teil des 50 mal 30 Meter großen Flachdachs ein.

Durch das 50-Quadratmeter-Loch in der Mitte ergoss sich eine Sturzflut auf die Einrichtung. Die Wassermassen ließen seitliche Glasplatten bersten und strömten weiter ins Lager im Erdgeschoss. Von all dem bekam zunächst niemand etwas mit. Dem Vernehmen nach bemerkte der Vermieter im angrenzenden Wohngebäude das Malheur erst, als Wasser von seinen Badezimmerwänden rann. Das Areal gehört zur Schreinerei Rager, Nachbar Uschold ist Mieter. Verletzt wurde niemand. Wie die Polizeiinspektion berichtet, erlitt ein Anwohner einen Schwächeanfall. Er habe jedoch keiner ärztlichen Hilfe bedurft.

Wasserstau in Dachmitte


Grund des Unglücks: "Die Dachentwässerung hat nicht funktioniert", erklärt Stadtbrandrat Richard Schieder. Andreas Duschner vom Technischen Hilfswerk (THW) vermutet ein "verstopftes Fallrohr". Mindestens den ganzen Samstag über hatte sich Regen und Schmelzwasser in der Dachmitte gestaut, ohne ablaufen zu können.

Gegen 21.40 Uhr rückten die Feuerwehren Weiden, Neunkirchen und Frauenricht mit sechs Fahrzeugen aus, zusätzlich war das THW mit vier Fahrzeugen im Einsatz. Sie versuchten zunächst, die beiden Etagen zu entwässern. "Allerdings war es unmöglich, das Dach dicht zu bekommen", erzählt Einsatzleiter Schieder. Mit Sandsäcken und Planen bauten die Retter ein Auffangbecken unter dem Loch, von wo aus das weiterhin eindringende Wasser über die Seitenwand ablaufen konnte. Erst um 1 Uhr war ihr Einsatz beendet.

Im ersten Stock sei das Wasser zeitweise 10 Zentimeter hoch gestanden, sagt Schieder. "Auch im Lager dürfte kein Möbelstück trocken geblieben sein." Im Wohnhaus mussten Sanitärbereich und Büro ausgepumpt werden. "Nach einer ersten vorsichtigen Schätzung" beziffert die Polizei den Schaden auf mehrere 100 000 Euro.

"Glück im Unglück"


Entsprechend angeschlagen wirkte am Sonntag der Besitzer. Auf NT-Anfrage bat er um Verständnis, dass er sich vorerst nicht zu dem Vorfall äußern könne. Schieder spricht von "Glück im Unglück": Nicht auszudenken, wäre das Dach ein paar Stunden früher eingebrochen.
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