Tabak-Dieb raucht Friedenspfeife
28-Jähriger nimmt Berufung zurück – Einst Geschäft in Bahnhofstraße ausgeräumt

Gegen ein Urteil des Schöffengerichts vom 15. Januar, das ihm dreieinviertel Jahre Freiheitsstrafe beschert hatte, legte ein 28-Jähriger Berufung zum Landgericht ein. Er war verurteilt worden, weil er, zusammen mit zwei anderen, im Frühjahr 2015 in ein Tabakwarengeschäft in der Bahnhofstraße eingebrochen war und Ware im Wert von knapp 15 000 Euro mitgenommen hat.

Die Täter hatten damals die Metalltür des Geschäfts aufgehebelt und waren darunter durchgekrochen. Über ein Fenster hatten sie dann Zigaretten und Zigarren im Wert von exakt 14 770 Euro in ein Auto verladen. Bevor sie die Waren bei einem Hehler in Dortmund zu Geld machen konnten, wurden sie von der Polizei gefasst. Ein großer Teil der Tabakwaren konnte dem Besitzer zurück gegeben werden. Der angerichtete Einbruchsschaden belief sich auf gut 1000 Euro.

Falscher Name fliegt auf


Ebenso großer Sachschaden entstand bei einem Einbruch der Männer in eine Tankstelle in Gunzenhausen. Die Alarmanlage verhinderte dort größere Beute. In der Verhandlung unter Vorsitz von Landgerichts-vizepräsident Georg Grüner wurden, neben dem echten Namen des Mannes, auch weitere mutmaßliche Verbrechen bekannt. Außer einem Einbruch im Weidener Rathaus soll der Georgier auch Urkundenfälschung begangen haben.

Die "Rathausgeschichte", so Rechtsanwalt Tobias Konze, bestreite sein Mandant, der bisher unter falschem Namen agiert hatte. Erst kürzlich hatte das Landeskriminalamt seine wahre Identität herausgefunden und der Justiz mitgeteilt. Für den kräftigen Mann, der als Beruf "Kickboxer" angab, liege zudem ein Abschiebe-Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Karlsruhe vor.

"In Anbetracht der Gesamtumstände" und der Tatsache, dass der Ledige mit dreieinviertel Jahren für die zwei Einbrüche "sehr gut weggekommen" sei, riet Landgerichtsvizepräsident Grüner zur Rücknahme der Berufung. Verteidiger Konze erklärte diese nach Rücksprache mit seinem Mandanten. Staatsanwältin Sandra Dechant stimmte zu.
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