Tachauer Heimatmuseum
Magie in der Kugel

Es funkelt im Tachauer Heimatmuseum: Dort sind gläserne Briefbeschwerer aus Böhmen zu sehen. Kunstvolle Kugeln, die auch mal zwergenhafte Überraschungen enthalten.

Sie sind weit mehr als einfach nur Glas: Es gibt sie in zahlreichen Ausführungen, mit bunten Blüten, Tieren, Fotos oder sogar mit Gartenzwerg im Inneren. Formal dienen sie als gläserne Briefbeschwerer, in Wahrheit sind sie aber "wunderbare kleine Kunstwerke", erklärt Dr. Sebastian Schott. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Stadtmuseums sowie Betreuer des "Heimat - Vertreibung - Integration, Tachauer Heimatmuseums".

Bis August ist im Museum die Ausstellung "Magische Kugeln - Briefbeschwerer aus Böhmen" zu sehen. Die Kunstwerke, auch Paperweights genannt, hat die Sudetendeutsche Stiftung München aus den Sammlungen von Renate Spacek und Trude Korsch erhalten. Dank der Kooperation mit Dr. Wolf-Dieter Hamperl, Kulturreferent der Sudetendeutschen Landsmannschaft sowie Heimatkreisbetreuer von Tachau, können die "magischen Kugeln" nun auch in Weiden gezeigt werden.

Trude Korsch stammte aus dem nord-böhmischen Schönlind in Niederland. Nachdem sie 1945 von dort vertrieben worden war, sammelte sie die gläsernen Briefbeschwerer als Erinnerungsstücke an ihre Heimat. Denn: Das Glasgewerbe stellte einen äußerst wichtigen Wirtschaftszweig in den böhmischen Ländern dar. Bei Korschs Sammlung handelt es sich um Kunstwerke aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, auch "späte böhmische Briefbeschwerer" genannt.

Ein ganz besonderer Reiz


"Mir gefällt das Fantasievolle, das diese Leute geschaffen haben", erklärt Schott. Dadurch, dass das Innenleben mit Glas überzogen (in der Fachsprache: "inkrustiert") und zur Kugel geformt wurde, kommt es im Auge des Betrachters oft zu optischen Täuschungen. "Die Verzerrungen machen dabei den besonderen Reiz aus", betont Hamperl.

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16.30 Uhr im Tachauer Heimatmuseum zu besichtigen.
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