Tafel schließt am Stockerhutweg
Suche nach neuen, größeren Räumen läuft

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß band sich die Tafel-Schürze um und bediente alle in der Ausgabestelle mit Brot, Semmeln oder anderen Backwaren. Rechts hilft Tafel-Vorsitzender Josef Gebhardt, links Dr. Horst Fabritz. Bild: Dobmeier

"Nach den Aufregungen um die Wahl mit einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ist wieder Ruhe eingekehrt", berichtet der Vorsitzende der Weidener Tafel, Josef Gebhardt dem Oberbürgermeister bei dessen Besuch. Allerdings gibt es neue Probleme. Die Räume sind gekündigt.

Rückblick: Einige ehrenamtliche Mithelfer der Weidener Tafel erkannten die Gleichbehandlung aller Abholberechtigten nicht an. Deshalb wollten sie den Vorsitzenden Josef Gebhardt bei der Neuwahl am 11. März absetzen. Am Ende gab es eine neue Wahl zu einem späteren Zeitpunkt. Daraus ging Gebhardt erneut als Vorsitzender hervor. Und er berichtete dem Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, der später auch bei der Warenausgabe mithalf, dass die Abholzahlen weiter auf hohem Niveau sind. Ein Drittel komme aus dem Landkreis Neustadt/WN.

Stadt zahlt "Kaltmiete"


Gebhardt klagte, dass in den bisherigen Räumen am Stockerhutweg die Barrierefreiheit und die Möglichkeit der leichten Anlieferung von Paletten fehle. Auch Platz für zusätzlich Kühlräume wäre nötig. Die Wartesituation auf der Straße sei nicht zufriedenstellend. Deshalb erfolgte im Einvernehmen mit dem Vermieter in der Ausgabestelle am Stockerhutweg die Kündigung. Es liege zwar ein Angebote für neue Räume vor, aber die Kaltmiete, die von der Stadt bezahlt wird, sollte in einem angemessenen Verhältnis zur Gemeinnützigkeit der Tafel und dem Platzbedarf von etwa 600 Quadratmetern (bisher 370) entsprechen. Die neuen Räume werden ab Oktober bis Dezember benötigt. Stadtnähe wäre von Vorteil.

Die verminderte Personalsituation nach dem Ausscheiden einiger Mitarbeiter wurde durch sieben 1,50 Euro-Jobber gelöst, die auf zehn aufgestockt werden sollen. Vier Schülerinnen stellten ihre Arbeitskraft zudem in einem Praktikum zur Verfügung. Ende August kommen erstmals zwei junge Flüchtlinge, um bei der Ausgabe von Lebensmittel zu helfen. Eine Stelle für den Bundesfreiwilligendienst ist noch frei. Bewerber dürfen sich gern melden, erklärte Gebhardt. Außerdem werden ehrenamtliche Fahrer für den Transport der Lebensmittel - einmal in der Woche - gesucht.

Ängste wegen der jüngsten Anschläge verminderten die Abholzahl an den Folgetagen. Vorsitzender Gebhardt erläuterte, dass den Asylbewerbern manchmal erst klar gemacht werden muss, dass es in Deutschland auch Not und bedürftige Menschen gebe. OB Seggewiß dankte der Vorstandschaft und dem Team für die geleistete Arbeit, die viel abverlange.
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