Technische Probleme beim Bau der Modulhäuser im Camp Pitman
Flüchtlinge ziehen im Januar ein

186 Flüchlinge sollen in den Containerbauten in Camp Pitman Platz finden. Die Modulhäuser stehen schon länger, die Bauabnahme ist aber noch nicht erfolgt. Für 18. Januar ist der Einzug der ersten neuen Bewohner geplant, bestätigten Bezirksregierung und OB Kurt Seggewiß am Freitag. Bild: Dobmeier

Eigentlich sollten die neuen Modulhäuser im Camp Pitman im Herbst bezogen werden. Doch daraus wurde nichts. Die Bezirksregierung spricht von "unvorhersehbaren technischen Problemen von baulicher Seite". Jetzt steht der 18. Januar als neuer Termin fest.

(ps) "Am 18. Januar erfolgt die erste Einweisung für die Container", bestätigt auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am Freitag. Voll belegt, bieten die Container "Platz für 186 Personen", sagt Dr. Robert Feicht. Er ist der stellvertretende Pressesprecher der Regierung der Oberpfalz. In zwei Modulhäuser werden neue Flüchtlinge einziehen, in das dritte Asylbewerber aus dem Camp Pitman, die wegen Renovierungen umverlegt werden müssen.

Noch keine Bauabnahme


Nach Auskunft von Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach, ist die Bauabnahme noch nicht erfolgt. Es stehe unter anderem noch die Expertise des Brandschutzexperten aus. Außerdem müsse noch kontrolliert werden, ob alle verwendeten Materialien den Vorschriften entsprechen, beispielsweise was die Trinkwasserversorgung betrifft. Der Behördenchef versichert zugleich: "Unsere Leute arbeiten mit Hochdruck daran, dass der Bau schleunigst in Betrieb genommen werden kann." Sprich: Wie vorgesehen am 18. Januar.

Das dürfte angesichts des anhaltenden Flüchtlingszugangs dringend nötig sein. Die Stadt Weiden beherbergt derzeit 225 Männer, Frauen und Kinder in der Erstaufnahmeeinrichtung Mehrzweckhalle. 200 davon bereits seit acht Wochen. "Die sitzen fest. Es gibt keinen Abfluss mehr", ärgert sich OB Seggewiß angesichts der Tatsache, dass die Flüchtlinge ursprünglich nur für wenige Tage in den Erstaufnahmestellen bleiben sollten. Wenn so viele Menschen auf lange Zeit so eng zusammen leben müssten, komme es fast zwangsläufig zu Problemen. Doch die Weiterverteilung durch die Regierung der Oberpfalz sei ins Stocken geraten. Kein Wunder, meint Seggewiß: "Wenn alles voll ist, kann man nichts mehr verteilen."

Die Regierung selbst verweist auf viele Faktoren, von denen die Weiterverteilung abhänge: Nationalität, Familienverband, verwaltungstechnische Registrierung und mehr. Robert Feicht führt außerdem eine Gesetzesänderung ins Feld: Demnach können "Asylbewerber nun bis zu sechs Monaten in Erstaufnahmeeinrichtungen verweilen". Eine Aussicht, die den Oberbürgermeister angesichts der beengten Verhältnisse in der Mehrzweckhalle alles andere als fröhlich stimmt. Den Betroffenen selbst dürfte diese Aussage ebenso wenig gefallen.

Insgesamt fast 700 Plätze


Die 186 neuen Plätze in den Modulhäusern werden sukzessive belegt. Damit kommt die Stadt Weiden auf insgesamt knapp 700 Plätze für Asylbewerber und Flüchtlinge bei etwas über 40 000 Einwohnern, rechnet Seggewiß vor: In der Gemeinschaftsunterkunft im Camp Pitman finden 120 Menschen Platz. Dazu kommen die 186 neuen Plätze, 70 Personen - vor allem Familien - in dezentralen Unterkünften und 90 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Macht 466 Plätze. Plus 225 Flüchtlinge in der Erstaufnahme ergibt 691.

Diese Zahl dürfte sich nicht endlos steigern lassen, meint Seggewiß, der hier auch andere in der Pflicht sieht: "Ein Drittel der Oberpfälzer Kommunen nimmt überhaupt keine Flüchtlinge auf. Die ducken sich weg."
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