Ted T. steht in Weiden vor Gericht
Am Donnerstag beginnt der Prozess um die Messerattacke von Pressath

Am Pfingstsamstagmorgen sperrt die Polizei zur besten Einkaufszeit einen Teil der Badstraße mitten in Pressaths. Stunden zuvor hatte sich dort ein brutales Verbrechen ereignet. Am Donnerstag beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Messerstecher. (Foto: Spitaler)

Der Prozess gegen Ted T. beginnt. Ab Donnerstag, 9 Uhr, muss sich der 29-jährige US-Amerikaner wegen versuchten Mordes vor der Ersten Großen Strafkammer in Sitzungssaal 140 des Landgerichts Weiden verantworten. Das Verbrechen in der Nacht des 23. Mai hat nicht nur in Pressath Aufsehen erregt.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Ted T. es war, der in der Nacht zum Pfingstsamstag in einem Haus in der Pressather Badstraße eine 25-jährige Altenpflegerin in ihrer Wohnung überfiel und zu töten versuchte. Die Frau überlebte knapp.

Die Ermittler haben den Tathergang genau rekonstruiert, eine Antwort auf die Frage nach dem Warum könnte der Angeklagte am ersten Prozesstag selbst liefern. Der geständige Amerikaner soll als erster Zeuge aussagen. Außerdem sind am Donnerstag Nachbarn des Opfers, der Hauseigentümer, Metzgerei-Verkäuferinnen und ein Polizist als Zeugen geladen.

20 Mal auf Kopf und Körper eingestochen


Die Staatsanwaltschaft wirft Ted T. vor, die ihm unbekannte Frau in ihrer Wohnung im Schlaf überrascht und mit einem 20-Zentimeter-Fleischermesser attackiert zu haben. Mehr als 20 Mal soll er auf Kopf und Körper der sich wehrenden Frau eingestochen haben. Die Anklage wirft T. zudem eine versuchte Vergewaltigung vor. Als diese misslang, „soll er aus Wut und Enttäuschung darüber versucht haben, der Geschädigten die Kehle durchzuschneiden“, schreibt das Gericht zur Anklage.

Danach soll er unter anderem mit den Handy des Opfers verschwunden sein. Die Frau überlebte, weil sie sich aus ihrer Wohnung auf die Straße schleppen konnte. Nachbarn hörten ihr Wimmern und fanden sie in einer Blutlache auf dem Gehsteig. Schon zwei Tage nach der Tat hatte die Polizei T. als Täter ermittelt.

Heimtückisch, grausam, niedere Bewegründe


Die Staatsanwaltschaft Weiden geht davon aus, dass T. die Tat „heimtückisch, grausam, zur Verdeckung einer Straftat und aus niedrigen Beweggründen begangen hat“. Damit sind die Merkmale eines Mordes erfüllt. Die Anklage lautet deshalb auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter besonders schwerer Vergewaltigung.

Zusätzlich soll sich der Angeschuldigte wegen versuchten Diebstahls, Diebstahls in einem besonders schweren Fall und versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahls mit Waffen verantworten. Im Fall der Verurteilung droht Ted T. eine lebenslange Haftstrafe.

Acht Termine


Das Gericht hat weitere Verhandlungstermine für den 11., 12., 13., 18., 20., 26. und 27. Januar jeweils in Raum 140 angesetzt. Die Sitzungen beginnen um 9 Uhr, nur am 20. Januar um 9.30 Uhr. Es sind sechs Sachverständige und 52 Zeugen geladen. Das Opfer lässt sich als Nebenklägerin von Rechtsanwalt Heiko Nübler aus Sulzbach-Rosenberg vertreten.
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