Theatergruppe „Weidner Komödiens“ zeigt den Dreiakter „Zwei schrecklich nette Familien“
Auf Krawall gebürstet

Die Brüder Thomas (Michael Zielbauer) und Karli (Simon Boll) sind Teil der "Zwei schrecklich netten Familien". Bild: uz

Am Ende läuft alles aus dem Ruder. Um ihre Haushaltskassen aufzufrischen, planen Liesl Wildgruber und Nachbarin Vera Hirnbeiß, ihre beiden Familien etwas aufzuhübschen. Sie beteiligen sich an einem Wettbewerb. Ein Frauenblatt lobt 25 000 Euro Preisgeld aus: für die "Gold-Familie des Monats".

Natürlich entsprechen weder die Wildgrubers noch die Hirnbeiß den Ansprüchen. Ganz im Gegenteil: Als die vermeintliche Jury-Journalistin inkognito zur Überprüfung antanzt, sind die beiden ahnungslosen Ehemänner voll wie die Haubitzen. Herrlich verrückt ist die Idee, dass die Reporterin selber Kampftrinkerin ist und nach dem Aufeinanderprall das komplette männliche Umfeld sexuelle Qualen durchleiden lässt.

Die Theatergruppe "Weidner Komödiens" hat sich für diese Saison mit dem Dreiakter "Zwei schrecklich nette Familien", geschrieben von Jürgen Schuster, ein leidenschaftliches, mit überraschenden Pointen gespicktes Stück ausgesucht. Premiere war am Samstagabend in der Waldgaststätte Strehl.

Glückliche Männer


Dass sich die Helden ein bisschen anders verhalten, als von der Frauenzeitschrift erwartet, versteht sich ja von selbst. Routiniert sicher das bewährte Ensemble. Die Charaktere der Ehemänner (Gerd Zielbauer und Roland Benkner) sind ähnlicher Natur. Saufen, saufen, saufen - nach dem Motto: "Ein glücklicher Mann hat ein trautes Heim. Ein unglücklicher Mann traut sich nicht mehr heim."

Erfrischend das Auftreten des Bruderpaares Thomas (Michael Zielbauer) und Karli (Simon Boll) mit ihren allzu menschlichen Konturen. Der eine mit dem Hang zur Geistlichkeit, der andere zum Punk. Boll ist übrigens zum ersten Mal dabei. Für die Zukunft gelten diese beiden Jungtalente als theatertaugliche Allzweckwaffen auf der Komödien-Bühne. Nicht zu vergessen "Nymphomanin" Barbara Sturzbach, ihres Zeichens Reporterin, glänzend dargestellt von Marina Zielbauer. Lisa Weismeier spielt die Wildgruberin und Regisseurin Gitte Frank ist Vera Hirnbeiß. Der Generationswechsel ist gelungen, jubelte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß nach der Vorstellung. Bereits am Nachmittag zeigten die Theaterleute ihr Können bei der Generalprobe vor Publikum aus dem HPZ Irchenrieth.

Weitere Vorstellungen sind am 23. Oktober (19 Uhr), 28. Oktober (20 Uhr), 30. Oktober (19 Uhr), 5. November (20 Uhr), 6. November (17 Uhr), sowie am 11., 12., 18. und 19. November jeweils um 20 Uhr. Der Kartenverkauf läuft über "Rosi's Altstadtladl".
Weitere Beiträge zu den Themen: Weidner Komödiens (1)Waldgaststätte Strehl (2)
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