Thema der "Egerer Gespräche"
Verschwundene Orte

Professor Wilfried Heller (Mitte) bei der Diskussion des Vortrags von Professor Krystian Heffner (rechts) über das Verschwinden von Orten im tschechisch-polnischen Grenzgebiet. Dr. Wolf-Dieter Hamperl (links) ist Kulturreferent des BdEG, des Veranstalters des Symposiums. Bild: zpe

32 Orte sind nach der Vertreibung im Bezirk Tachau untergegangen, 2400 im gesamten Sudetenland. Das Phänomen der "verschwundenen Orte" war Thema der "Egerer Gespräche" im Kulturzentrum Hans Bauer.

Die wissenschaftliche Leitung hatte Professor Wilfried Heller, emeritierter Professor für Geographie an der Universität Potsdam. Er hatte aus der Tschechischen Republik die Referenten Dr. David Kovarik und Dr. Sandra Kreisslova gewinnen können, die über verschwundene Orte in der Tschechischen Republik in den Jahren 1945 bis 1969 berichteten. Kreisslova arbeitet auch mit der Gruppe "Antikomplex" zusammen. Hauptgrund für den Untergang dieser Ortschaften war nach Angaben der Experten die fehlende Wiederbesiedlung.

Über die untergegangenen Orte im ehemaligen Bezirk Tachau berichtete Dr. Wolf-Dieter Hamperl. Dr. Franz Worschech informierte über die Neubesiedlung seines Heimatdorfes Zummern nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Auch die Situation im polnisch-tschechischen Grenzgebiet wurde angesprochen. Professor Krystian Heffner von der Ökonomischen Universität Kattowitz zeigte sehr deutlich auf, wie die Gemeindeflächen vieler Ortschaften durch Renaturierung immer kleiner werden.

Die abschließende Diskussion des informativen Symposiums forderte eine weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Problem. Bürgermeister Lothar Höher hatte die Grüße der Stadt übermittelt und großes Interesse an den Vorträgen gezeigt, stammt doch seine Mutter auch aus einem nicht mehr existenten Ort in Böhmen.

Ausstellung in Berlin


In Berlin, im Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, findet zurzeit eine Ausstellung über "Orte, die es nicht mehr gibt" statt, die unter anderem aufzeigt, dass es das Phänomen der verschwundenen Orte nur in Tschechien und in dem russisch besetzten Teil von Ostpreußen gibt. Auch hier ist der Heimatkreisverein Tachau mit Bild- und Filmmaterial vertreten. Am Tag nach der Gesprächsrunde unternahmen einige Interessierte unter Führung von Dr. Wolf-Dieter Hamperl eine Exkursion zu den verschwundenen Dörfern Neuhäusl, Reichenthal und Wusleben im nahen Tschechien.
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