Tipps zur Konfliktlösung mit Kindern
Wenn das Kind vor der Kasse tobt

(otj) Schimpfen, erklären, ignorieren. Es gibt viele Wege, sich Konflikten mit dem eigenen Kind zu stellen. Auch wenn sich Eltern oft hilflos fühlen - es gibt Mittel, die zu einem beide Seiten befriedigenden Ergebnis führen. Win-Win-Situationen, wie sie Elke Pinkert bei ihrem Vortrag "Wie redest du mit mir" im Rothenstädter Kindergarten St. Wolfgang erläutert.

Es ist ein Klassiker: Man ist gerade auf der Zielgeraden der Einkaufs-Rallye durch alle Supermarktschikanen. Die Kassiererin wedelt schon mit der Zielflagge, da greifen zwei kleine Hände nach der Kinderüberraschung. Die Mutter oder der Vater wollen nicht, dass die Zuckerbombe im Einkaufswagen landet - eine explosive Gemengelage.

Worst Case - der schlimmste Fall: Das Kind lässt nicht mit sich diskutieren, läuft rot an, wirft sich auf den Boden und brüllt, dass man es noch an der Käsetheke hört. Die Erziehungsberechtigten möchten deswegen am liebsten im Erdboden versinken. Es gibt aber Alternativen, sagt die Diplom-Sozialpädagogin. Die Lösung liegt in der Kommunikation, im Respekt und dem Verstehen der Situation des Kindes.

Was also tun, wenn der Spross nach den "verbotenen Früchten" greift? Einfach wegnehmen und zurücklegen? "Das kann man schon mal machen, aber das geht auf Kosten des Erziehungskontos. Am besten nehmen wir die Bedürfnisse der Kinder ernst", so Pinkert. Ziel müsse es sein, nach einer ausgeglichenen Lösung zu suchen, die für beide in Ordnung sind.

Bevor man also handelt, erst einmal durchschnaufen und einen geeigneten Ort für die Auseinandersetzung aufsuchen. "Den Pausenknopf drücken und runterkommen", rät die Familienteam-Trainerin. Es gehe um ein "wir beide gegen das Problem. "Denn bevor wir verstanden werden, müssen wir als Erwachsene das Kind verstehen.

Ein Beispiel: "Du möchtest zum Fußball spielen gehen, und ich möchte, dass du deine Hausaufgaben machst. Jetzt haben wir ein Problem. Lass uns gemeinsam nach einer Lösung suchen. Hast du denn vielleicht eine Idee?"

Ab und an gebe es schon Wut oder Traurigkeit. Auch hier müssten die Eltern mit Verständnis und Respekt reagieren, riet Elke Pinkert. Alle Gefühle seien erlaubt, aber nicht jedes Verhalten - wie schreien oder um sich schlagen. "Es gilt, gemeinsam herauszufinden, welche anderen Ausdrucksformen zur Verfügung stehen. Am besten verbal: ,Ich bin total sauer auf dich, weil ...".
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